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Haemaphysalis inermis

von lateinisch: inermis - unbewaffnet, waffenlos
Englisch: winter tick

1 Definition

Haemaphysalis inermis ist eine Zeckenart aus der Gattung Haemaphysalis.

2 Taxonomie

3 Morphologie

Haemaphysalis inermis ist eine sehr kleine Zecke: Die Männchen sind zwischen 2,4 und 3,0 mm, die Weibchen zwischen 2,0 und 3,5 mm lang. Die Pedipalpen sind lang und schmal und seitlich ausgezogen. An den ersten vier Coxae (Hüften) ist je ein schmaler und nach außen ragender Dorn ausgebildet.

4 Entwicklung

Haemaphysalis inermis ist eine 3-wirtige Zecke, d.h. dass die Zecke zu ihrer Entwicklung mehrere Wirte benötigt. Der Entwicklungszyklus durchläuft folgendes Schema:

  • Boden: EiLarve → 1. Wirt
  • 1. Wirt: Larve → Boden
  • Boden: Larve → Nymphe → 2. Wirt
  • 2. Wirt: Nymphe → Boden
  • Boden: Nymphe → Adultus → 3. Wirt
  • 3. Wirt: Adultus → Boden
  • Boden: Eiablage der Weibchen

5 Verbreitung

Haemaphysalis inermis ist vor allem in Frankreich, in der gesamten Mittelmeeregion einschließlich des Balkans und in Polen sowie östlich bis in den Iran und nach Südasien verbreitet.

Die adulten Zecken sind im Winter aktiv und bevorzugen Laub- und Mischwälder, Wiesen und Berghänge. Man kann sie von November bis April am Hauptwirt finden.

6 Erreger

Haemaphysalis inermis parasitiert vor allem an Hirschen, aber auch an Füchsen, Igeln sowie Rindern, Schafen, Pferden und gelegentlich Menschen. Die Larven sowie Nymphen befallen bevorzugt Nager, andere Kleinsäuger und Insektenfresser. Da diese Stadien bereits nach wenigen Stunden am Wirt abfallen (und dann in Diapause gehen), findet man sie kaum auf dem Wirt.

Haemaphysalis inermis steht im Verdacht als Vektor das FSME-Virus übertragen zu können.

7 Literatur

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