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Geburt (Pferd)

Synonym: Partus, Abfohlen
Englisch: birth

1 Definition

Unter Geburt versteht man beim Pferd die Ausstoßung des Fetus aus der Gebärmutter (Uterus).

2 Geburtsstadien

Bei der Geburt des Fohlens können drei verschiedene Phasen unterschieden werden.

3 Vorbereitungsstadium

Vor der eigentlichen Geburt kommt es zum Vorbereitungsstadium, wobei die Anzeichen dieses Stadiums einige Tage, jedoch auch erst wenige Stunden vor dem Abfohlen auftreten können. Die Stuten können hierbei verschiedene Symptome zeigen:

  • Einfallen der Beckenbänder: aufgrund der gut ausgeprägten Glutealmuskulatur häufig schwierig zu palpieren
  • Aufeutern: größer werden des Euters, Beginn der Milchbildung
  • Harztropfen: eingetrocknetes Vorkolostrum ist an der Zitzenkuppe sichtbar
  • Verlängerung und Fältelung der Vulva
  • Geburtsödem: Wassereinlagerung im Unterbauch vor dem Euter, kann bis zum kaudalen Ende des Brustbeins vorreichen
  • Kolostrum: kurz vor der Geburt ist Kolostrum abmelkbar oder geht spontan ab

4 Öffnungsstadium

Die eigentliche Geburt beginnt mit dem Öffnungsstadium. Es kommt zur passiven Öffnung des Muttermundes und zum Einsetzen der Wehen, wobei die Stuten diese Phase beeinflussen und somit die Geburt um einige Stunden verschieben können. Da die Geburt erst stattfindet, wenn die Tiere die Umgebung als sicher empfinden, gebären die meisten Stuten in der Nacht.

Die Wehen führen zur langsamen Weitung des Geburtsweges und zum weiteren Vorschieben des Fetus. Nach etwa zwei Stunden kommt es zur Ruptur der Fruchtblasen, wobei in den meisten Fällen zuerst die Allantois und später erst das Amnion einreißt. Mit der Ruptur der Fruchtblasen wird das Austreibungsstadium eingeleitet.

5 Austreibungsstadium

Das Austreibungsstadium beginnt mit der Ruptur der Fruchtblasen und dauert etwa fünf bis zehn Minuten an. Zu Beginn des Austreibungsstadiums legen sich die Stuten meist hin. Die Fohlen werden somit in den meisten Fällen im Liegen geboren.

Durch die Dehnung des Muttermundes kommt es zu einer vermehrten Sekretion von Oxytocin (Ferguson-Reflex). Zusätzlich führt die Aktivierung der Dehnungsrezeptoren im Scheidendach zu einer nervalen Stimulierung der Bauchpresse (Entleerungsreflex). Dadurch kommt es zum Druckanstieg im Abdomen und somit zur Verstärkung der Wehen.

6 Literatur

  • Aurich, Christine. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2004.
  • Baumgartner, Walter. Klinische Propädeutik der Haus- und Heimtiere. 8., aktualisierte Auflage. Enke-Verlag, 2014.

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Mai 2020 um 22:08 Uhr bearbeitet.

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