Sakralganglion
Synonyme: Ganglion sacrale, Steißganglion, "Beckenganglien"
Englisch: sacral ganglia
Definition
Die Sakralganglien oder Ganglia sacralia gehören zu den paravertebralen Ganglien des Grenzstrangs. Im sakralen Abschnitt des Grenzstrangs gibt es normalerweise 4-5 Ganglien beidseits. Sie enthalten sympathische Nervenzellen, die präganglionäre Fasern aus dem Rückenmark auf postganglionäre Fasern umschalten. Sie versorgen die untere Extremität und indirekt Teile der Beckenorgane.
Terminologie
Teilweise wird der Begriff "Sakralganglien" auch zur Bezeichnung der dorsalen Spinalganglien im sakralen Bereich verwendet. Dabei handelt es sich aber um sensible Ganglien.
Anatomie
Die Sakralganglien erhalten ihre präganglionären Nervenfasern aus dem Rückenmark. Die Kerngebiete der präganglionären Neurone liegen nicht in den sakralen Rückenmarkssegmenten (S1-S5), sondern kranial davon, da die sympathische Kernsäule (Nucleus intermediolateralis) im Seitenhorn des Rückenmarks nur bis Segment L2 oder L3 reicht.
Ein Teil der Fasern wird im Ganglion verschaltet und läuft über die Rami communicantes grisei zurück zu den Spinalnerven. Diese Fasern nutzen den jeweiligen Spinalnerv als Leitstruktur, um Blutgefäße und Schweißdrüsen der unteren Extremität zu innervieren.
Aus den kranialen Sakralganglien gehen ferner die Nervi splanchnici sacrales ab, die zum Plexus hypogastricus inferior (Ganglion pelvicum) ziehen und die Beckenorgane versorgen. Die Fasern dieser Nerven werden nicht in den Ganglia sacralia verschaltet, sondern durchlaufen sie nur.
In der Nähe des Os coccygis verschmelzen der rechte und linke Grenzstrang zum Ganglion impar.