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Freie Wasserclearance

Synonyme: Freiwasserclearance, ClH2O
Englisch: free water clearance

1 Definition

Unter der freien Wasserclearance, kurz ClH2O, versteht man das Urinvolumen, das über die zur osmotischen Clearance notwendige Urinmenge hinaus ausgeschieden wird.

2 Hintergrund

Zieht man die von der Urinstromstärke die Clearance von osmotisch wirksamen Teilchen ab, so erhält man die "Freie Wasserclearance". Vereinfacht gesprochen gibt sie an, welche Menge von Wasser aus dem Urin entfernt bzw. zum Urin hinzugegeben werden müsste, um ihn isoosmolal mit dem Blutplasma zu machen.

3 Berechnung

Die Berechnung erfolgt durch Subtraktion der osmotischen Clearance vom Urinvolumen:

  • ClH2O = VUrin (1 – OsmUrin / OsmPlasma)

mit VUrin = Urinstromstärke [ml/min]

4 Interpretation

Die freie Wasser-Clearance ist ein Indikator für den Wasserhaushalt des Körpers bzw. den Diuresezustand der Nieren:

  • ClH2O = 0: Die Nieren produzieren durch osmotische Diurese Urin, der im Vergleich zum Blutplasma isoosmolal bzw. isoton ist. Eine osmotische Diurese liegt auch beim Diabetes mellitus vor, wenn die Blutzuckerkonzentration die Nierenschwelle (10 mmol/l bzw. 200 mg/dl) überschreitet und Glucose als osmotisch wirksames Teilchen in den Urin übertritt.
  • ClH2O > 0: Die Nieren produzieren durch die Ausscheidung freien Wassers verdünnten, hypotonen Urin. Es wurde mehr Wasser ausgeschieden, als es für einen plasmaisotonen Harn notwendig gewesen wäre. Positive Werte erhält man zum Beispiel bei Wasserdiurese, wenn große Mengen hypotoner Flüssigkeit (z.B. Leitungswasser) getrunken werden.
  • ClH2O < 0: Es liegt eine Antidiurese vor, d.h. dass die Nieren halten Flüssigkeit zurück (z.B. unter ADH-Einfluss). Das führt zur Produktion von hypertonem Urin.

5 Quellen

  • Robert F. Schmidt (Hrsg.)/Florian Lang (Hrsg.): Physiologie des Menschen mit Pathophysiologie, Heidelberg (Springer) 2007 (30. Auflage), S. 716ff.
Stimmt - das war nicht nur "nicht korrekt", sondern falsch. Habe ich korrigiert und den Artikel etwas erweitert - danke für den Hinweis!
#2 vor 39 Tagen von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
"Positive Werte erhält man zum Beispiel bei einer Blutzuckerkonzentration, die über der Nierenschwelle liegt - also über ca. 10 mmol/l bzw. 200mg/dl - wie es im Rahmen eines Diabetes mellitus vorkommen kann. " Das ist m.E. nicht korrekt - die Glukose ist im Harn osmotisch wirksam, was ja den Mechanismus der Diurese ausmacht. Die freie Wasserclearance wird dadurch nicht zwangsläufig größer. Eine einfache Wasserdiurese ist wohl die am häufigsten vorkommende Situation einer positiven freien Wasserclearance. Beste Grüße TV
#1 vor 45 Tagen von Prof. Dr. med. Tilmann Volk (Arzt)

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