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Fasciola gigantica

von lateinisch: Fasciola - Band, kleine Binde und giganteus - riesig
Synonyme: Riesenleberegel, F. gigantica
Englisch: large liver fluke

1 Definition

Fasciola gigantica bzw. Riesenleberegel ist ein Vertreter aus der Familie Fasciolidae und Erreger der tropischen Fasciolose der Wiederkäuer.

2 Taxonomie

3 Erreger

Fasciola gigantica ähnelt morphologisch Fasciola hepatica, ist aber deutlich länger (24 bis 75 mm) und besonders schmal (5 bis 12 mm). Der apikale Konus ist kürzer, die Schultern sind weniger ausgeprägt und das hintere Ende ist stärker abgerundet als bei Fasciola hepatica.

Die Eier von Fasciola gigantica entsprechen morphologisch denen von Fasciola hepatica, sind aber in der Regel größer (150 bis 190 x 90 bis 100 µm). Innerhalb der Art Fasciola gigantica gibt es verschiedene Stämme mit etwas abweichenden biologischen Eigenschaften.

4 Vorkommen

Fasciola gigantica kommt vorwiegend in den subtropischen und tropischen Gebieten Afrikas (v.a. südlich der Sahara) und Asiens (Gürtel von der Türkei durch das südliche Asien bis zu den Philippinen und Indonesien) vor. Das Verbreitungsgebiet überschneidet sich zum Teil mit dem Endemiegebiet von Fasciola hepatica.

Die tropische Fasciolose ist regional die wichtigste Helminthose der Rinder und Wasserbüffel mit Prävalenzen um die 90 %.

5 Epidemiologie

Endwirte von Fasciola gigantica sind v.a. Rind und Büffel, an die der Parasit besonders gut angepasst ist. Nebenbei können aber auch Schafe, Ziegen, Pferde, Esel, Kamele und andere Herbivoren befallen werden. Gelegentlich infiziert der Parasit auch Menschen.

6 Entwicklung

Der Entwicklungszyklus von Fasciola gigantica entspricht jenem von Fasciola hepatica. Als epidemiologisch bedeutsame Zwischenwirte kommen verschiedene Unterarten des Radix auricularia-Komplexes (u.a. Radix auricularia, Radis natalensis, Radix rufescens) in Frage. Die Wasserschnecken leben in stehenden oder langsam fließenden, sauerstoffreichen Süßwasser (z.B. in Seen, den Uferbezirken von Flüssen oder häufig auch auf bewässerten Reisfeldern). Der Entwicklungszyklus des Parasiten in Reisfeldern wird v.a. durch den weitverbreiteten Einsatz von Tierexkrementen als Dünger begünstigt.

Je nach Habitat sind die Schnecken ganzjährig oder nur in gewissen Perioden aktiv, wobei sie Trockenperioden auch eine längere Zeit unbeschadet überstehen können. Bei +25 °C dauert die Entwicklung von Mirazidien in den Eiern von Fasciola gigantica etwa 3 Wochen, die von Zerkarien im Zwischenwirt 4 Wochen. Bei Temperaturverhältnissen unter +16 °C sistiert die Entwicklung.

Etwa ein Drittel der Zerkarien können sich zu schwimmenden Metazerkarien (Schwimmzysten) entwickeln. Die restlichen Zerkarien setzen sich an Pflanzen oder anderen Unterlagen fest. Schwimmzysten scheinen für die Infektion von Endwirten eine deutlich größere Rolle zu spielen als bei Fasciola hepatica. Der Infektionsdruck für Endwirte schwankt in den meisten Habitaten im Verlauf des Jahres - abhängig von Regen- und Trockenperioden. Bei kühleren Temperaturen können die Metazerkarien von Fasciola gigantica bis zu 6 Monate an Futterpflanzen lebensfähig bleiben. Die weiteren Entwicklungsschritte im Endwirte verlaufen im Prinzip so ab wie bei Fasciola hepatica.

Die Präpatenz beträgt zwischen 13 und 16 Wochen. Die Parasiten überleben im Rind meist weniger als ein Jahr, können aber auch bis zu 4 Jahre bestehen bleiben.

7 Erkrankung

Sowohl die pathologischen Veränderungen als auch die Verlaufsformen der tropischen Fasciolose ähneln denen einer klassischen Fasciolose (Befall mit Fasciola hepatica). Rinder weisen jedoch häufiger Leberveränderungen auf, die jenen des Fasciola-hepatica-Befalls beim Schaf entsprechen.

Ein stärkerer Befall mit Fasciola hepatica äußerst sich in Inappetenz, Gewichtsverlust, Anämie, Diarrhö und Ödembildung.

8 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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