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Ellenbogengelenkluxation

1 Definition

Unter der Ellenbogengelenkluxation versteht man eine Verrenkung der gelenkbildenden Anteile des Ellenbogengelenks: des Radiusköpfchens, des Olecranons und des Humerus.

2 Epidemiologie

Bei jüngeren Menschen wird die Ellenbogengelenkluxation eher selten beobachtet. Sie betrifft eher ältere Menschen. Nach der Schultergelenkluxation ist sie die zweithäufigste Luxation beim Erwachsenen.

3 Ätiopathogenese

In der Regel resultiert die Ellenbogengelenkluxation aus einem Sturz auf die pronierte Hand mit gestrecktem oder leicht gebeugtem Ellenbogengelenk. In acht von zehn Fällen luxieren Elle und Speiche nach dorso-radial.

4 Klinik

Die betroffenen Patienten klagen über starke Schmerzen. Eine Fehlstellung und eine Schwellung sind deutlich sichtbar. Die Entwicklung eines Hämatoms ist möglich. Extension und Flexion können im Ellenbogengelenk nicht mehr durchgeführt werden.

4.1 Begleitverletzungen

Knöcherne Begleitverletzungen sind möglich. Dazu gehören z.B. die Radiusköpfchenfraktur, die Olekranonfraktur, eine Fraktur des Processus coronoideus, sowie eine distale Humerusfraktur.

Weiterhin besteht die Gefahr einer Läsion des Nervus medianus, des Nervus ulnaris sowie der Arteria brachialis.

5 Diagnose

Anamnese und Klinik können auf die Diagnose hinweisen. Da Begleitverletzungen im Bereich der Nerven und Gefäße nicht ausgeschlossen werden können, ist die Überprüfung von Durchblutung, Motorik und Sensibilität obligat.

Die Diagnose kann anhand von Röntgenbildern in zwei Ebenen gesichert werden. Knöcherne Begleitverletzungen können ebenfalls auf den Röntgenaufnahmen festgestellt werden.

6 Therapie

Zunächst erfolgt eine Reposition in Plexusanästhesie oder in Allgemeinanästhesie, Die Reposition wird durch Zug und Gegenzug und Streckung des Ellenbogengelenks erreicht.

Nach erfolgter Reposition sollten erneut Röntgenaufnahmen angefertigt und die Durchblutung, Motorik und Sensibilität sowie die Stabilität in Streckstellung sowie bei einer Flexion von zwanzig Grad überprüft werden.

Bei ausreichender Stabilität erfolgt eine Ruhigstellung in einer Beugung von neunzig Grad mit Oberarmschiene. Nach einer Woche kann mit den ersten physiotherapeutischen Übungen begonnen werden.

Bei mangelnder Stabilität erfolgt eine Ruhigstellung über zwei bis drei Wochen, bevor mit den ersten physiotherapeutischen Übungen begonnen wird.

Eine Operation ist indiziert, wenn Nerven und Gefäße beschädigt wurden oder eine Begleitfraktur aufgetreten ist, welche eine Osteosynthese notwendig werden lässt. Auch nach einer Operation sollte frühzeitig mit physiotherapeutischen Übungen begonnen werden.

7 Prognose

Viele Patienten entwickeln nach einer Ellenbogengelenkluxation periartikuläre Ossifikationen. Häufig wird auch über Einschränkungen der Beweglichkeit sowie über Instabilität geklagt.

Fachgebiete: Chirurgie

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