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Decitabin

Synonyme: 5-aza-2'-Deoxycytidin
Handelsnamen: Dacogen® u.a.
Englisch: Decitabine

1 Definition

Decitabin ist ein Cytidin-Deoxynucleosid-Analogon und gehört zur Gruppe der Zytostatika bzw. DNA-Methyltransferase-Inhibitoren.

2 Biochemie

Bei Decitabin handelt sich um ein Aza-Derivat des Desoxycytidins. Im Körper wird der Wirkstoff zu Decitabin-Triphosphat metabolisiert.

3 Indikationen

Decitabin ist indiziert zur Behandlung erwachsener Patienten ab einem Alter von 65 Jahren mit neu diagnostizierter ("de novo") oder sekundärer akuter myeloischer Leukämie (AML), für die eine Standardinduktionstherapie nicht in Frage kommt.

Die Zulassung erfolgte am 20. September 2012 durch die EMA. Die Beurteilung hinsichtlich des Zusatznutzens von Decitabin durch den G-BA erfolgte Ende April 2013. Laut G-BA wurde ein geringer Zusatznutzen der Substanz festgestellt.

4 Pharmakokinetik

Decitabin liegt im Blut zu weniger als 1 % an Plasmaproteine gebunden vor. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich 30 Minuten.

5 Applikation

Decitabin wird mittels intravenöser Infusion täglich über eine Stunde in einer Dosis von 20 mg/m² Körperoberfläche an 5 aufeinander folgenden Tagen gegeben (d.h. insgesamt 5 Dosen pro Behandlungszyklus). Der Behandlungszyklus soll alle 4 Wochen wiederholt werden. Generell kann die Behandlung so lange fortgesetzt werden, so lange keine offensichtliche Krankheitsprogression vorliegt.

6 Wirkmechanismus

Decitabin ist ein DNA-Methyltransferase-Inhibitor und wird als Pyrimidin-Analogon in die DNA eingebaut. Dort hemmt es selektiv die DNA-Methyltransferase, wodurch letztere keine Methylgruppen mehr an die DNA anhängen kann. Auf diese Weise wirkt Decitabin hypomethylierend bzw. demethylierend.

Eine Hypomethylierung der DNA geht unter anderem mit einem veränderten Mechanismus der Proteinbiosynthese einher, woraus wiederum der Zelltod abnormer hämatopoetischer Zellen im Knochenmark resultiert. Das Arzneimittel funktioniert ähnlich wie 5-Azacytidin, kann jedoch im Gegensatz zu diesem nicht mit der RNA auf dieselbe Art und Weise interagieren wie mit der DNA.

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