DVO-Frakturrisiko-Score
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Synonym: DVO-Frakturrisikorechner
Definition
Der DVO-Frakturrisiko-Score ist ein leitliniengebundenes Instrument zur Abschätzung des absoluten osteoporotischen Frakturrisikos. Referenzendpunkte sind die Wirbelkörperfraktur und die Schenkelhalsfraktur des proximalen Femur.
Hintergrund
Die Frakturrisikoberechnung ist Bestandteil der DVO-S3-Leitlinie zur Osteoporose. Die Leitlinie definiert Therapieschwellen auf Grundlage des 3-Jahres-Risikos für Wirbelkörper- und Schenkelhalsfrakturen. Die Risikobewertung basiert auf der Kombination aus Osteodensitometrie und klinischen Risikofaktoren.
Aufbau
Die Risikobestimmung erfolgt algorithmusbasiert. Zentrale Parameter sind Alter, Geschlecht und der DXA-T-Score der Gesamthüfte. Klinische Risikofaktoren werden entweder als starke, eigenständige Risikofaktoren oder als modifizierende Einflussgrößen in die Risikostratifizierung integriert. Die zugrunde liegende Leitlinie definiert ein strukturiertes Set evidenzbasierter Risikofaktoren, das im DVO-Frakturrisikorechner systematisch abgebildet wird.
| Kategorie | Faktoren (systematisch; Auswahl gemäß DVO-Konzept/Leitlinie) |
|---|---|
| Demografie | Alter, Geschlecht |
| Densitometrie | DXA-T-Score (vorrangig Gesamthüfte; Messort leitlinienabhängig) |
| Frakturanamnese | Niedrigtraumatische Frakturen, insbesondere Wirbelkörperfraktur und Schenkelhalsfraktur |
| Familienanamnese | Proximale Femurfraktur bei Vater oder Mutter |
| Medikamentöse Exposition | Systemische Glukokortikoidtherapie (Dosis und Dauer leitlinienabhängig) |
| Sekundäre Osteoporose/Komorbidität | Erkrankungen mit sekundärer Osteoporose (z.B. endokrin-metabolisch, entzündlich-rheumatologisch, gastroenterologisch, nephrologisch) gemäß Leitlinienkatalog |
| Sturz- und Funktionsstatus | Sturzneigung, Gang- oder Gleichgewichtsstörung, Immobilisation oder eingeschränkte Mobilität |
| Lebensstil/Anthropometrie | Niedriges Körpergewicht bzw. BMI, Nikotinkonsum, erhöhter Alkoholkonsum (leitliniengeführt) |
Die Ergebnisgröße ist das absolute 3-Jahres-Frakturrisiko für Wirbelkörper- und Schenkelhalsfrakturen.
Aufgaben
Quantifizierung des kurzfristigen Frakturrisikos im 3-Jahres-Zeitraum. Einordnung in leitliniendefinierte Risikobereiche. Ableitung von Therapieschwellen für die medikamentöse Osteoporosetherapie. Abhängigkeit der Bewertung von standardisierter DXA-Messung und vollständiger Erfassung relevanter Risikofaktoren. Anpassung der Schwellenwerte im Rahmen von Leitlinienrevisionen.
Anwendungsbereich
Anwendung im Rahmen der leitliniengerechten Basis- und Stufendiagnostik bei Erwachsenen. Einsatz bei klinischem Verdacht auf Osteoporose oder bei Vorliegen definierter Risikokonstellationen. Nutzung im hausärztlichen, fachärztlichen und stationären Versorgungsbereich.
Abgrenzung
Abgrenzung zu FRAX mit 10-Jahres-Risikoperspektive und dem Endpunkt „major osteoporotic fracture“. Unterschiede bestehen hinsichtlich Endpunkten, Zeithorizont, Variablenset und Interventionsschwellen. Eine ergänzende Nutzung von FRAX ist leitliniengemäß in ausgewählten Konstellationen möglich.
Quellen
- DVO: S3-Leitlinie „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose“ (Fassung 2023, AWMF-Registernummer 183-001).
- DVO-Leitlinienportal: Digitale Leitlinie Osteoporose 2023, Kapitel zu Risikofaktoren und Therapieschwellen.
- Glüer CC et al.: Das Konzept des DVO-Frakturrisikorechners (Positions- und Konzeptpapier).