Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Cystatin C

Synonym: CysC

1 Definition

Cystatin C ist ein Protein, welches in der Labormedizin als Marker für die Nierenfunktion genutzt wird.

2 Hintergrund

Cystatin C ist ein Cysteinprotease-Inhibitor aus der Cystatin-Familie. Es handelt sich um ein niedermolekulares, basisches Protein, das aus rund 120 Aminosäuren aufgebaut ist. Cystatin C wird von den meisten kernhaltigen Körperzellen in relativ konstanter Rate produziert und - mit Ausnahme von Autoimmunerkrankungen - durch Entzündungen oder konsumierende Erkrankungen nur wenig beeinflusst.

Cystatin C wird nur über glomuläre Filtration aus dem Körper eliminiert. Die Substanz wird in den Tubuluszellen vollständig rückresorbiert und dort anschließend metabolisiert. Eine tubuläre Sekretion findet nicht statt.

3 Aussagefähigkeit

Die Serumkonzentration von Cystatin C hängt zum überwiegenden Teil von der glomerulären Filtrationsleistung der Niere ab. Das macht die Substanz zu einem guten endogenen Marker für die glomeruläre Filtrationsrate (GFR). Hier besitzt Cystatin C eine größere diagnostische Sensitivität als das Serumkreatinin und kann schon eine moderate Einschränkung der GFR im "kreatininblinden Bereich" zwischen 40 und 80 ml/min nachweisen.

Da Cystatin C von der Muskelmasse unabhängig ist, hat es auch eine bessere Ausagefähigkeit bei Kindern.

Bei einer Dysfunktion der Tubuli ist die Reabsorption von Cystatin C vermindert, so dass die Substanz mit dem Urin ausgeschieden wird. Daher kann die Cystatin C-Konzentration im Urin auch als Maß für die Tubulus-Dysfunktion verwendet werden.

4 Referenzbereich

Die Normalwerte liegen altersunabhängig

  • bei Männern: zwischen 0,5 und 0,95 mg/l
  • bei Frauen: zwischen 0,55 und 0,95 mg/l

Bei Neugeborenen und Säuglingen liegen die Werte etwas höher.

5 Indikation

6 Interpretation

Erhöht bei:

Warum sollte es keinen Kreatinin-blinden Bereich geben? Dieser entsteht doch letztlich nur dadurch, dass die Messwerte einer Inulin-Clearance (daher: der echten GFR) gegenüber dem Serum-Kreatinin um die hyperbolische Funktion schwanken. Der Kreatinin-blinde Bereich hat außerdem doch überhaupt nichts mit den Schätzformeln für die GFR zu tun. Dabei handelt es sich doch einfach um empirische Formeln, die gar nicht mehr auf dem mathematischen Verhältnis zwischen Serum-Kreatinin und GFR basieren.
#2 am 09.07.2018 von Julius Kaemmel (Student/in der Humanmedizin)
Wie ich am Ende meiner Website in den Absätzen 526 und 527 nachweise und belege, gibt es einen kreatininblinden Bereich nicht. Gute GFR-Schätzformeln berücksichtigen die tubuläre Sezernierung von Kreatinin. Im Übrigen ist der Graph eine Hyperbel mit ihren bekannten mathematischen Eigenschaften.
#1 am 03.02.2016 von Dr. Hartwig Raeder (Arzt | Ärztin)

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

23 Wertungen (3.13 ø)

107.984 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: