Vom 12. bis 28. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Zur Zeit steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren, Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 12. bis 27. Juni 2021 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 28. Juni könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben. Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt! Bis bald Euer Flexikon-Team

Caspase 9

Akronym für: Cysteine-dependent Aspartate-specific Protease
Synonyme: Apoptosis-Related Cysteine Peptidase, ICE-Like Apoptotic Protease 6, APAF-3
Englisch: caspase 9

1 Definition

Die Caspase 9 ist eine Protease und ein wichtiges Enzym der intrinsischen Apoptose. Sie gehört zu den Initiatorcaspasen und aktiviert die Effektorcaspasen.

2 Genetik

Die Caspase 9 wird durch das Gen CASP9 codiert. Dieses befindet sich auf Chromosom 1 an Genlokus p36.21 und besteht aus 11 Exons.

3 Struktur

Die Caspase 9 besteht in seiner inaktiven Form aus einem längeren Monomer. Dieses wird auch als Zymogen oder Procaspase 9 bezeichnet. In dieser Form besitzt sie folgenden Domänen:

  • eine große katalytische Domäne (LSCD),
  • eine kleine katalytische Domäne (SSCD) und
  • eine Caspase-Rekrutierungs-Domäne (CARD)

Sowohl die große, als auch die kleine Untereinheit (LSCD und SSCD) wird als katalytische Domäne bezeichnet. Das CARD-Motiv ist für die Bindung an das Apoptosom zuständig. Im Gegensatz zu den Initiatorcaspasen 8 oder 10, ist eine Dimerisierung und nicht die autokatalytische Spaltung essentiell für die Aktivierung. Bereits die dimerisierte Vorstufe kann enstprechende Substrate verarbeiten. Trotzdem spaltet sich die Procaspase 9 nach erfolgreicher Dimerisierung durch Autokatalyse sehr schnell.[1]

4 Funktion

Die Caspase 9 katalysiert die ersten proteolytischen Reaktionen nach der Induktion der Apoptose durch intrazelluläre Signale und aktiviert dadurch die Effektorcaspasen.

Die intrinsische Apoptose wird durch eine Freisetzung von mitochondriellen Proteinen wie Cytochrom C initiiert. Diese führt zu einer Anlagerung von mehreren Einheiten des Proteins Apaf-1. Der daraus entstehende Komplex wird als Apoptosom bezeichnet.

Durch sein CARD-Motiv kann sich die Vorstufe der Caspase 9 an Apaf-1 anlagern. Diese Bindung ermöglicht der Caspase 9 die Dimerisierung und Aktivierung. Danach bleibt die Caspase mit dem Apoptosom verbunden und spaltet die Vorstufen der Effektorcaspasen.[1]

5 Klinische Bedeutung

Mutationen im Gen der Caspase 9 oder deren Deregulierung führen zu neurodegenerativen Entwicklungsstörungen. Einige Studien weisen außerdem auf eine Rolle bei der ALS und bei Chorea Huntington hin.[2] In Krebszellen kann eine gestörte Caspase-9-Funktion eine Resistenz gegen verschiedene Chemotherapeutika vermitteln.[3]

6 Quellen

  1. 1,0 1,1 A Li P, Zhou L, Zhao T, et al. Caspase-9: structure, mechanisms and clinical application. Oncotarget. 2017;8(14):23996-24008. doi:10.18632/oncotarget.15098.
  2. Inoue, Haruhisa et al. The Crucial Role of Caspase-9 in the Disease Progression of a Transgenic ALS Mouse Model. The EMBO Journal 22.24 (2003): 6665–6674. PMC. Web. 21 June 2018.
  3. Olsson, M, and B Zhivotovsky. Caspases and Cancer. Cell Death and Differentiation 18.9 (2011): 1441–1449. PMC. Web. 21 June 2018.

Tags: ,

Fachgebiete: Biochemie, Biologie

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Juni 2018 um 15:06 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

1.530 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: