Camlipixant
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LoslegenSynonym: BLU-5937
Englisch: camlipixant
Definition
Camlipixant ist ein selektiver P2X3-Rezeptorantagonist, der sich bis Juli 2026 in klinischer Entwicklung für die Behandlung des refraktären chronischen Hustens (RCC) befand.
Chemie
Die Summenformel lautet C23H24F2N4O4, die molare Masse beträgt 458,47 g/mol.
Wirkmechanismus
Camlipixant bindet an P2X3-Rezeptoren, bei denen es sich um einen ATP-gesteuerten Ionenkanal handelt. Die Rezeptoren befinden sich u.a. auf chemisch sensitiven C-Fasern der Atemwege und spielen eine wichtige Rolle bei der Pathophysiologie des chronischen Hustens.[1]
Strukturelle Untersuchungen mittels Kryoelektronenmikroskopie haben gezeigt, dass Camlipixant selektiv an eine Bindungsstelle des Rezeptors bindet, was zu einer Konformationsänderung und zu einer Blockierung des Kanals führt. Dadurch wird die Aktivierung der C-Fasern reduziert, die Reize an den Hirnstamm und den somatosensorischen Kortex weiterleiten, die den Husten steuern.[2]
Nebenwirkungen
Unter Camlipixant traten Geschmacksveränderungen bei bis zu 6,5 % der Behandelten auf, während in der Placebogruppe keine entsprechenden Ereignisse berichtet wurden. Die Beschwerden waren überwiegend leicht bis mäßig ausgeprägt.[3] Im Vergleich zu Gefapixant – dem ersten zugelassenen P2X3-Rezeptorantagonisten (in den USA nach zwei Ablehnungen durch die FDA nicht zugelassen) – weist Camlipixant eine geringere Rate an Geschmacksstörungen auf, was wahrscheinlich auf die höhere Selektivität für P2X3- gegenüber P2X2/3-Rezeptoren zurückzuführen ist.[4]
Forschung
Die Phase-2b-Studie SOOTHE (NCT04678206) untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Camlipixant bei Erwachsenen mit refraktärem chronischem Husten. Die Teilnehmer erhielten über 4 Wochen entweder Camlipixant in Dosierungen von 12,5 mg, 50 mg oder 200 mg zweimal täglich oder Placebo. Sowohl die 50-mg- als auch die 200-mg-Dosis führten zu einer statistisch signifikanten Reduktion der 24-Stunden-Hustenfrequenz im Vergleich zu Placebo. Die placebokorrigierte Reduktion betrug jeweils etwa 34 %.[3]
Im Juli 2026 wurde das klinische Phase-3-Programm für Camlipixant zur Behandlung des refraktären chronischen Hustens eingestellt. In der CALM-1-Studie erreichte Camlipixant 50 mg zweimal täglich den primären Endpunkt mit einer signifikanten Reduktion der 24-Stunden-Hustenfrequenz gegenüber Placebo zu Woche 12. In der CALM-2-Studie verfehlte dieselbe Dosierung den primären Endpunkt zu Woche 24. Die niedrigere Dosierung von 25 mg zweimal täglich erreichte in beiden Studien keine statistische Signifikanz. Auch wichtige sekundäre Endpunkte – darunter ein Chronic-Cough-Diary-Maß – wurden in beiden Studien nicht erreicht. Häufigkeit und Schwere behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse waren zwischen Camlipixant und Placebo vergleichbar, sodass der Abbruch auf die begrenzte Wirksamkeit und nicht auf Sicherheitsbedenken zurückzuführen ist.[5]
Der Wirkstoff wird weiterhin in einer Phase-2b-Studie zur Behandlung des Reizdarmsyndroms (Subtypen IBS-D und IBS-mixed) untersucht.[5]
Quellen
- ↑ Irwin RS, Madison JM. Unexplained or Refractory Chronic Cough in Adults. N Engl J Med. 2025;392(12):1203-1214.
- ↑ Thach TT, et al. Mechanistic insights into the selective targeting of P2X3 receptor by camlipixant antagonist. J Biol Chem. 2025;301(1):108109.
- ↑ 3,0 3,1 Smith JA, et al. Camlipixant in refractory chronic cough: a phase 2b, randomized, placebo-controlled trial (SOOTHE). Am J Respir Crit Care Med. 2025;211(6):1038-1048.
- ↑ Yamamoto T, et al. Benefit-risk profile of P2X3 receptor antagonists for treatment of chronic cough: dose-response model-based network meta-analysis. Chest. 2024;166(5):1124-1140.
- ↑ 5,0 5,1 GSK. GSK provides an update on CALM-1 and CALM-2 phase III trials for camlipixant in refractory chronic cough (RCC). Pressemitteilung. 2026.