Ansprechbarkeit
Synonym: verbale Ansprechbarkeit
Englisch: responsiveness
Definition
Die Ansprechbarkeit beschreibt die Fähigkeit eines Menschen, auf äußere verbale Reize adäquat zu reagieren. Ihre Überprüfung dient vor allem in der Notfallmedizin, Intensivmedizin und Neurologie der initialen Beurteilung des Bewusstseinszustandes.
Hintergrund
Die Prüfung der Ansprechbarkeit erfolgt in der Regel durch direkte Anrede des Patienten mit normaler oder lauter Stimme. Beurteilt werden unter anderem:
- Augenöffnen auf Ansprache
- verbale Reaktion
- motorische Reaktion auf Aufforderung
- zeitliche, örtliche, situative und personelle Orientierung
Einteilung
Die Einteilung der Ansprechbarkeit orientiert sich an den Vigilanzstadien:
- Wachzustand: vollständig ansprechbar, orientiert
- Somnolenz: schläfrig, aber durch verbale Reize erweckbar
- Sopor: nur durch starke, meist schmerzhafte Reize erweckbar, verbale Ansprechbarkeit in der Regel aufgehoben
- Koma: keine Reaktion auf verbale oder Schmerzreize
Klinische Bedeutung
Die Beurteilung der Ansprechbarkeit ist fester Bestandteil standardisierter Bewusstseinsskalen, z.B.:
Eine eingeschränkte oder fehlende Ansprechbarkeit kann Hinweis auf eine Bewusstseinsstörung unterschiedlicher Genese sein, u.a. durch Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Intoxikation, Hypoglykämie, Hypoxie, Meningitis oder epileptische Anfälle.