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Akinetische Krise

1 Definition

Die akinetische Krise ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation im Rahmen der Parkinson-Krankheit.

2 Symptome

Die akinetische Krise ist durch eine plötzliche, akute Verschlechterung der motorischen Symptomatik der Parkinson-Krankheit gekennzeichnet (extremer Rigor), die bis zu einer vollständigen Bewegungsunfähigkeit (Akinesie) führen kann. Die betroffenen Patienten können nicht mehr Schlucken (Dysphagie) und Sprechen, eine Hyperthermie ist typisch.

3 Ätiologie

Der genaue Entstehungsmechanismus der akinetischen Krise ist bisher kaum verstanden. Sie tritt überwiegend in einem späten Stadium der Parkinson-Krankheit auf. Bekannte Auslöser sind Veränderung in der Medikation (z.B. plötzliches Absetzen), die Gabe von Neuroleptika, Dehydratation, Operationen und Infektionskrankheiten.

4 Therapie

Die akinetische Krise bedarf einer sofortigen intensivmedizinischen Versorgung. Häufig ist eine Beatmung bzw. Intubation nötig, da die Akinesie zu Atemstörungen führt.
Die medikamentöse Therapie sollte wie folgt erfolgen[1]:

  • intravenöse Gabe von Amantadin: 1–2 × 200 mg (über je 3 Stunden), Maximaldosis: 3 × 200
  • subkutane Injektion von Apomorphin: initiale Dosierung 1–2 mg/h mit einer Steigerung von 0,5–1 mg/h alle 12 Stunden, maximale Rate 10 mg/h
  • Sicherstellung einer ausreichenden L-DOPA-Gabe (über Magensonde)

Außerdem sollte, wenn möglich, der ursächliche Auslöser behandelt werden (z.B. Rehydrierung).

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

5 Differentialdiagnose

6 Quellen

  1. Leitlinie Parkinson-Syndrome - Diagnostik und Therapie Deutsche Gesellschaft für Neurologie, gültig bis September 2017

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Oktober 2021 um 09:07 Uhr bearbeitet.

Die akinetische Krise und das maligne neuroleptische Syndrom sind beides Bewegungsstörungen. Sie weisen sehr ähnliche Symptome auf. Beiden Krankheitsbildern liegen ursächlich Veränderungen des Neurotransmitterhaushalt (insbesondere Dopamin) zugrunde. Die akinetische Krise ist eine Manifestation des Morbus Parkinson, das maligne neuroleptische Syndrom kann hingegen im Rahmen einer Psychose vorkommen. (Quelle: Van Aken et al. Erkrankungen des Nervensystems. In: Intensivmedizin, 3. überarbeitete Auflage, Thieme Verlagsgruppe, 2014)
#2 am 15.10.2021 von Fiona Lorenzen (DocCheck Team)
Besteht eine Verwandtschaft zum Malignen neuroleptischen Syndrom?
#1 am 14.10.2021 von Herbert Mey (Gesundheits- und Krankenpfleger/in)

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