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Zystizerkose

Englisch: cysticercosis

1 Definition

Zystizerkose ist die Bezeichnung für einen Befall des Menschen mit Larven des Schweinebandwurms (Taenia solium). Die Larven werden auch Zystizerken genannt.

2 Übertragung

Der Mensch infiziert sich durch orale Aufnahme von Eiern des Schweinebandwurms. Dies geschieht meist durch die unabsichtliche Aufnahme infizierten Kots des Endwirts. Auch durch den Verzehr finnenhaltigen Schweinefleisches kann es zu einem Bandwurmbefall kommen.

Bei Menschen, die den Bandwurm bereits in sich tragen, ist eine erneute Selbstinfektion (Autoinfektion) möglich. Durch frühzeitige Reifung der Larve im Ei noch im Hauptwirt kann es zu einer endogenen Autoinfektion kommen, die eine Zystizerkose bei bestehendem Bandwurmbefall auslösen kann.

3 Pathologie

Man unterscheidet zwei Formen der Zystizerkose.

3.1 Cysticercus cellulosus

Bei dieser Form der Zystizerkose bilden sich bis zu Tausende erbsengroßer Finnenbläschen, die sich an vielen Stellen des Körpers ansiedeln können. Häufig betroffen sind Skelettmuskulatur, Haut, Auge oder ZNS. In manchen Fällen verkalken die Bläschen nach einigen Jahren, wenn die Finnen abgestorben sind. Die Verkalkungen sind dann im Röntgenbild sichtbar. Bei Haut- und Muskelbefall kommt es häufig zu rheumatoiden Beschwerden.

3.2 Cysticercus racemosus

Bei Zystizerkose mit Cysticercus racemosus bilden sich traubenförmige Ansammlungen von Finnenbläschen. Diese können erhebliche Ausmaße annehmen. Ist das ZNS befallen, kommt es zu vielfältigen neurologischen Beschwerden - nicht selten mit letalem Ausgang.

4 Klinik

Oft verläuft der Bandwurmbefall an sich symptomlos. Je nachdem welche Organe von der Zystizerkose befallen sind, leiden die Patienten unter verschiedenen Symptomen: Häufig treten als unspezifische Allgemeinsymptome Kopfschmerzen, Schwindel oder Erbrechen auf.

5 Komplikationen

Gelegentlich treten Komplikationen bei Zystizerkose auf:

6 Diagnose

Bei einer Zystizerkose fällt eine Eosinophilie im Blutbild auf. Die Diagnose erfolgt durch serologische Nachweismethoden. Eingesetzt werden beispielsweise indirekte Hämagglutination, Immunfloureszenztests und Immunoblots (Western Blot) oder ELISA.

Schneller ist eine mikroskopische Untersuchung auf Bandwürmer. Außerdem werden bildgebende Verfahren eingesetzt, sehr wichtig hierbei ist die Computertomographie. Bestätigt wird eine Zystizerkose, sobald es gelungen ist, eine Larve chirurgisch zu isolieren. Weiterhin kann die Diagnose durch das klinische Bild gefestigt werden.

7 Therapie und Prophylaxe

Zunächst sollte versucht werden, lebende Finnen chirurgisch zu entfernen, soweit dies möglich ist. Medikamentös werden Anthelmintika wie Praziquantel in Kombination mit Kortikosteroiden oder Albendazol verabreicht.

Um einer Infektion vorzubeugen, empfiehlt es sich, Schweinefleisch entweder zu kochen oder für mindestens 24 Stunden bei -20°C einzufrieren. Hierdurch wird die Besiedelung mit den Würmern verhindert. Allgemeine Hygienemaßnahmen sollten beachtet werden.

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