Stuhl
(Weitergeleitet von Kot)
Synonyme: Faeces, Fäzes, Kot
Englisch: feces
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Stuhl ist ein Ausscheidungsprodukt (Exkrement) des menschlichen Darms.
2 Zusammensetzung [bearbeiten]
Der Stuhl besteht zum größten Teil aus Wasser und unverdaulichen Nahrungsbestandteilen (z.B. Ballaststoffen). Darüber hinaus enthält er abgestoßene Epithelzellen, Sekrete des Verdauungstraktes, Gallenfarbstoffe sowie Darmbakterien. Der unangenehme Geruch entsteht durch Faulgase und Gärungsprodukte wie Skatol und Indol.
3 Physiologie [bearbeiten]
Die pro Tag gebildete und ausgeschiedene Stuhlmenge variiert von Mensch zu Mensch erheblich und hängt maßgeblich von der Ernährung ab, wobei 100 bis 500 g pro Tag als physiologisch anzusehen sind. Kleinere Mengen findet man bei schlackenarmer Kost (z.B. Fast food), größere bei zellulose- und ballaststoffreicher Ernährung (z.B. Vegetarier). Den Ausscheidungsprozess selbst bezeichnet man als "Stuhlgang" oder "Defäkation".
4 Pathophysiologie [bearbeiten]
Ein Stuhlmenge von mehr als als 500 g pro Tag bei mehr als 5 Entleerungen und verminderter Konsistenz des Stuhls bezeichnet man als Diarrhoe (Durchfall). Im Extremfall können bis zu 40 Entleerungen pro Tag bei sehr dünner Konsistenz (Reiswasserdurchfall) beobachtet werden (z.B. bei Cholera).
Unregelmäßigkeiten in der Stuhlentleerung im Sinne einer Verminderung bezeichnet man als Obstipation (Verstopfung).
5 Stuhlbetrachtung [bearbeiten]
Die Betrachtung des Stuhls kann wertvolle Informationen über den Gesundheitszustand des Gastrointestinaltrakts geben. Man achtet dabei auf:
- Form: Bleistiftstuhl bei Stenosen
- Konsistenz: dünnflüssig bzw. breiig bei Diarrhoe, hart bei Obstipation, Fettstuhl bei Fettresorptionsstörungen
- Farbe: acholisch bei Gallenstau, schwarz als Teerstuhl, glänzend und grau als Fettstuhl
- Gewicht: erhöht bei Malabsorption, Zöliakie, Fettstuhl
- Geruch: übelriechend bei Fäulnisdyspepsie, scharf bei Gärungsdyspepsie, beides meistens verursacht durch eine abnormale Keimbesiedlung im Colon
Der Stuhl kann auch pathologische Beimengungen enthalten:
- Blut: sichtbar oder okkult
- Nahrungsmittelreste bei gestörter Verdauung bzw. Enzymmangel
- Würmer oder Wurmeier bei Befall mit Parasiten
- Schleim bei Colon irritabiile, Enteritis
- Eiter, „Membranen“
6 Stuhldiagnostik [bearbeiten]
- Test auf okkultes Blut im Stuhl (z.B. Guajak-Test)
- Stuhlfettbestimmung nach Van de Kamer
- Eiweißausscheidung nach i.v. Injektion von 131I-PVP (Gordon-Test) oder 51Cr-Albumin und Messung der Exkretion im Stuhl, v.a. bei Verdacht auf exsudative Enteropathie.
- Enzymausscheidung: Chymotrypsintest bei Pankreasinsuffizienz
- Bakteriologische Unterschung
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