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Teschener Krankheit

Synonyme: Teschen-Talfan disease, Ansteckende Schweinelähmung, Poliomyelitis suum, Polioencephalomyelitis enzootica suum, Porzine Enterovirus-Enzephalomyelitis

Englisch: Teschen Disease

1 Definition

Die Teschener Krankheit ist eine virale Infektionskrankheit der Schweine, bei der das zentrale Nervensystem (ZNS) betroffen ist. Sie wird durch Viren der Gattung Teschovirus, Familie Picornaviridae hervorgerufen. Erreger sind bestimmte Virusstämme dieser Gattung. Momentan wird in der Literatur die Zahl der krankheitserregenden Stämme mit mindestens 11 verschiedenen Serotypen angegeben. Neben Hausschweinen sind auch Wildschweine empfänglich.

2 Epizootiologie

Der Erreger wird über Kot und Harn erkrankter Tiere ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt direkt über die orale Aufnahme von kontaminiertem Wasser und Futter oder die Erregeraufnahme aus der Umgebung. Das Virus wird mit dem Kot bis zu 8 Wochen nach der Infektion ausgeschieden.

3 historischer Hintergrund

In Deutschland wurde die Teschener Krankheit 1957 zum letzten Mal diagnostiziert. Die akute Verlaufsform trat seuchenhaft in den 1940er und /50er Jahren auf. Durch die Durchseuchung tritt die Krankheit heute meist subakut, als Talfan disease auf.

4 Klinik

Die Krankheit kann sowohl akut, als auch subakut verlaufen. Subakute, milde Verlaufsformen werden als „Talfan disease“ bezeichnet. Bei der akuten Form liegt die Mortalität bei 20-100%, bei den häufiger vorkommenden subakuten Fällen liegt sie niedriger. Die Krankheit kann bei allen Altersgruppen vorkommen. Bei trächtigen Sauen können Aborte, Totgeburten, und Mumifikationen auftreten. Die Inkubationszeit beträgt 10-20 Tage.

subakuter Verlauf:

Bei der milden Form, die als „Talfan Disease“ bezeichnet wird, kommt als unspezifisches Symptom Fieber vor. Weiterhin kann es zu Koordinationsstörungen und Schwäche der Hinterbeine vorkommen, so dass betroffene Tiere teilweise im „Hundesitz“ sitzen.

akuter Verlauf:

Beim akuten Verlauf sind in der Nachhand beginnende schlaffe Lähmungen charakteristisch. Diese zeigen sich etwa 1-3 Tage nach Krankheitsbeginn. Davor können unspezifische Allgemeinsymptome wie Fressunlust, hohes Fieber und Durchfall auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu Muskelkrämpfen, zunehmenden Koordinationsstörungen und Zittern kommen. Charakteristisch sind paralytische Erscheinungen wie Hinterhandschwäche und Ataxie ohne Bewusstseinstrübungen. Die Symptome können bis hin zu Lähmungen der Hinterbeine und Festliegen gehen, in seltenen Fällen kann es zu zerebralen Symptomen bis hin zu Zungenlähmungen kommen.

5 Differentialdiagnosen

Bei der akuten Form muss vor allem die klassische Schweinepest (KSP) ausgeschlossen werden.

6 Prophylaxe

Die schwere Verlaufsform der Krankheit ist in Deutschland als ansteckende Schweinelähmung eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Anzeigepflicht ist in der jeweils gültigen Fassung der Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen geregelt [1]. Eine sichere Diagnose muss in jedem Fall durch einen Antigennachweis gestellt werden, da eine Diagnose anhand klinischer Symptome hier nicht möglich ist.

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