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Somnambulismus

Synonyme: Somnambulie, Mondsucht, Schlafwandeln

1 Definition

Als Somnambulismus bezeichnet man eine Art der Schlafstörung, bei der der Betroffene, ohne wach zu sein, das Bett verlässt und herumläuft oder im Extremfall sogar Tätigkeiten verrichtet. Die bekannteste Bezeichnung für dieses Phänomen ist das Schlafwandeln.

Somnambulismus gehört zur Gruppe der Parasomnien. Schätzungen zu Folge sind 1 – 2 % der Erwachsenen mehr oder weniger regelmäßig von diesem Phänomen betroffen, während es bei Kindern an die 25 % sind. Das Schlafwandeln scheint bei vielen Heranwachsenden in der Pubertät nachzulassen und häufig komplett zu verschwinden.

2 Ursachen

Als wichtigsten Grund für die Tatsache, dass Schlafwandeln mehr im Kindesalter auftritt, gilt das noch nicht komplett ausgereifte zentrale Nervensystem. Eine gefüllte Blase, Lärm, Hunger oder sonstige Einflüsse scheinen das Auftreten noch weiter zu begünstigen, vermutlich weil die Schlaftiefe durch solche Reize etwas herabgesetzt ist. Früher nahm man an, dass der Einfluss des Vollmondes einen akuten Somnambulismus auslösen kann, weswegen sich der Begriff Mondsucht bis heute hartnäckig hält. Wissenschaftlich konnte jedoch mittlerwile widerlegt werden, dass es einen Zusammenhang zwischen Vollmond und dem Schlafwandeln gibt. Eine ganz exakte neurophysiologische Erklärung für das Phänomen existiert nicht. Eine genetische Disposition für den Somnambulismus gilt jedoch als sicher, da es familiär gehäuft auftritt.

3 Symptome

  • Umhergehen, trotz Tiefschlaf
  • kaum Reaktion auf Außenreize
  • starre Mimik
  • schwere Weckbarkeit
  • sehr selten aggressives Verhalten

Die Episoden des Schlafwandelns treten meistens im ersten Drittel der Nacht auf und werden durch externe Reize wie Lärm verstärkt. In der Regel ist der Schlafwandelnde nach Erwachen aus dem Zustand desorientiert und kann sich an nichts mehr erinnern (Amnesie)

4 Formen des Somnambulismus

  • Subklinische Manifestationsform mit entsprechenden Hinweisen im Elektroencephalogramm (EEG), Elektromyogramm (EMG) und im Elektrokardiogramm (EKG), ohne dass es regelmäßig zum Schlafwandeln kommt
  • abortive Verlaufsform, in der sich die schlafwandlerischen Aktivitäten auf das Bett beschränken und höchstens aus Sitzen und undeutlichem Daherreden bestehen
  • klinisch voll ausgeprägtes Bild, bei denen es zu den bekannten Symptomen wie Umherwandern im Haus, etc. kommt und ein mitunter beträchtliches Verletzungsrisiko besteht
  • aggressive Verlaufsform, bei denen der Schlafwandelnde den Menschen, die mit ihm in Kontakt treten, aggressiv zurückweist; diese Form des Somnambulsimus ist selten; extrem selten kommt es auch zu gewalttätigen Übergriffen des Schlaffwandelnden

5 Therapie

Eine spezielle Therapie gegen Somnambulismus existiert nicht. Man sollte es dabei belassen, den Betroffenen zunächst nicht zu wecken (Vermeidung von Desorientierung) und – falls notwendig – wieder ins Bett zu bringen. Der Einsatz von bestimmten, eher beruhigenden Psychopharmaka wird teilweise empfohlen, eine sichere Therapie ist dies allerdings auch nicht.

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