Ivermectin
Handelsnamen: Stromectol®, Mectizan®
Englisch: Ivermectin
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1 Definition [bearbeiten]
Ivermectin ist ein Arzneistoff aus der Klasse der Antiparasitika.
Es handelt sich um ein makrozyklisches Lacton-Derivat zur Behandlung von parasitären Onchozerkose-Infestationen, lymphatischen Filariosen und Loiasis, bei der Wirksamkeit nur gegen Mikrofilarien beschrieben ist, sowie bei Strongyloidiasis, kutaner Larva migrans and Skabies.
2 Wirkungsmechanismus [bearbeiten]
Ivermectin zeigt Wirksamkeit bei der Therapie von humanpathogenen Helminthen durch Aktivierung glutamatabhängiger Chloridkanäle der Parasiten, welches eine neuromuskuläre Blockade auslöst und zu Motilitätsstörungen der sensiblen Mikro- and Makrofilarien führt.
3 Pharmakokinetik [bearbeiten]
Bei peroraler Gabe wird Ivermectin fast vollständig absorbiert, es kommt zu einer längerfristiger Bindung im Fettgewebe. Der maximale Plasmaspiegel ist nach 4 Stunden erreicht. Die Ausscheidung erfolgt über die Faeces mit einer Eliminationshalbwertszeit zwischen 12 und 35 Stunden.
4 Kontraindikationen [bearbeiten]
Patienten mit gleichzeitiger Loisasis und Onchozerkose können unter Ivermectin schwere Allergien entwickeln. Bei extrem hoher Mikrofilariämie und Mikrofilarien im Liquor sind Enzephalopatien mit Todesfolge beschrieben worden. Bei hohen Dosen manifestierten sich im Tierversuch teratogene und embryotoxische Wirkung. Strenge Indikationsstellung bei Schwangerschaft.
5 Unerwünschte Nebenwirkungen [bearbeiten]
Bei Loiasis sowie Onchozerkose mit erhöhter Parasitenlast durch Mikrofilariendichte im Auge sind
- vermehrter Tränenfluss
- Photophobie
- Keratitis
- Konjunktivitis
- Iridozyklitis
- Retinitis
- Optikusneuritis
Enzephalopathien mit Todesfolge sind beschrieben und verlangen eine einschleichende Dosierung mit gleichzeitiger Steroidgabe und Überwachung. (Stand 2012)
6 Nebenwirkung [bearbeiten]
Mögliche Nebenwirkungen sind z.B.:
- mäßiges Fieber
- Pruritus
- Kopfschmerzen
- Hautödeme
- reaktive Onchodermatitis
- Benommenheit
- Asthmanfälle
7 Nachuntersuchung [bearbeiten]
Durch die Abtötung der Parasiten und die resultierende Antigenlast ergibt sich die Gefahr einer Immunreaktion. Ein permanentes Monitoring ist indiziert.
8 Applikationsformen [bearbeiten]
Tabletten zu 6 mg zur peroralen Gabe.
Tags: Loiasis, Mikrofilarien, Onchozerkose, Parasiten
Fachgebiete: Tropenmedizin
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