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Rosazea

Synonym: Kupferrose, Kupferfinne, Acne rosacea
Englisch: rosacea

1 Definition

Die Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit persistierenden und flushartig einsetzenden Erythemen und Teleangiektasien sowie entzündlichen Episoden mit Papeln und Pusteln im Gesicht.

2 Epidemiologie

Die Rosazea manifestiert sich bevorzugt ab dem 50. Lebensjahr, ein schleichender Beginn kann sich jedoch bereits im dritten Lebensjahrzehnt einstellen.

3 Ätiologie

Die Ätiologie der Rosazea ist derzeit (2014) nicht vollständig aufgeklärt. Ein Zusammenhang mit internistischen Krankheitsbildern ist anzunehmen. Rosazea-Patienten weisen eine Hyperreaktivität der Blutgefäße im Gesichtsbreich auf. Sonnenexposition, Genuß von Alkohol, stark gewürzten Speisen und thermische Einwirkungen können einen akuten Schub der Rosazea triggern.

Gute therapeutische Erfolge durch Anwendung von Antibiotika deuten auf eine Beeinflussung der Pathogenese durch Erreger hin.

4 Symptomatik

Die Rosazea beginnt mit Erythemen, die zunächst passager, im weiteren Verlauf persistent sind. Der weitere Verlauf erfolgt in Schüben. Während eines Schubs kommt es im Bereich der Erytheme zur Ausbildung von Teleangiektasien mit Schädigung des Gefässendothels. Die Endotheschädigung bewirkt letztendlich das Erythem.

Durch Flüssigkeitsaustritt aus den erweiterten Gesichtskapillaren werden Entzündungsmediatoren in das Interstitium freigesetzt, die Entzündungszellen wie Granulozyten anlocken.

An diesen entzündeten, ödematösen Stellen bilden sich Papeln. Durch bakterielle Superinfektion können sich aus den Papeln eitrige Pusteln bilden. Auch wurden Demodex folliculorum-Milben in den Pustelherden aufgefunden, gegen die Metronidazol - Creme wirksam ist. Unklar ist, ob die Besiedlung der Pusteln durch diese Milben die Ursache der Rosazea, oder ein Begleitphänomen ist.

Charakteristisch ist die tiefrote (kupferartige) Farbe der Effloreszenzen. Auch wird der Zusammenhang mit Helicobacter pylori diskutiert. Nach Eradikation dieses Bakterium (Amoxicillin+Clarithromycin+Pantoprazol) aus dem Magen kommt es zur Verbesserung der Rosazea.

4.1 Prädilektionsstellen

Die Rosazea beginnt immer im zentralen Gesichtsbereich ("um die Nase herum") und breitet sich von dort auf Stirn und Kinn aus.

4.2 Komplikationen

Bei schweren Verlaufsformen kann es im Rahmen akuter Schübe zur Ausbildung derber Knoten kommen, die zur Auftreibung der Haut führen. Eine bevorzugt bei Männern auftretende schwere Komplikation ist die Ausbildung eines Rhinophyms, die durch eine Hypertrophie der Talgdrüsen im Bereich der Nase bedingt ist.

Bei einem kleinen Teil der Betroffenen kann das Auge in Form einer Konjunktivitis, Blepharitis und/oder Keratitis mitbeteiligt sein (Ophthalmo-Rosazea). Unerkannt und unbehandelt kann sie zu Hornahautulzerationen, Narbenbildung auf der Hornhaut und Erblindung führen. Die Zusammenarbeit mit dem Augenarzt ist in der Frühphase dieser Krankheitsform notwendig.

4.3 Differentialdiagnose

Von einer Acne vulgaris ist die Rosazea durch das höhere Alter der Erkrankten, das Fehlen von Komedonen und geringer ausgeprägte Seborrhö unterscheiden.

Eine weitere wichtige Differentialdiagnose ist der Lupus erythematodes.

5 Therapie

Die Therapie besteht aus:

  • lokale Reinigung mit gut hautverträglichen Syndets, keine Seifen
  • meiden von alkoholischen Hautreinigungsmitteln, da es zur zusätzlichen Reizung kommt
  • lokale Applikation von Antibiotika (z.B. Clindamycin, Tetrazykline, Metronidazol)
  • bei eitrigen Papeln, Pusteln kann die lokale Applikation von Mupirocin sinnvoll sein
  • zusätzlich Vitamin E p.o. (1 bis 3 g/Tag) zusammen mit Beta-Carotin (100 mg/Tag) für 4-8 Wochen

5.1 Lokaltherapeutika

Bei schwerem Verlauf und Augenbeteiligung:

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

Triggerfaktoren (s.o.) sollten gemieden werden, betroffene Hautareale regelmäßig massiert werden. Große Teleangiektasen können chirurgisch koaguliert werden, ein Rhinophym wird ausschließlich chirurgisch abgetragen.

6 Weblinks

Fachgebiete: Dermatologie

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