Dorsalaponeurose der Finger: Unterschied zwischen den Versionen
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* Musculi lumbricales manus: Dorsalaponeurose von D2 bis D5 [[radial]]seitig | |||
* [[Musculi interossei palmares]]: Dorsalaponeurose von D2, [[Ringfinger|D4]] bzw. D5 | |||
* [[Musculi interossei dorsales]]: Dorsalaponeurose von D2 bis D5 | |||
Die Extensoren bewirken eine [[Dorsalextension]] in den [[Handgelenk]]en und mit den restlichen Muskeln über die Dorsalaponeurosen auch in den Fingern. | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
* Waldeyer et al., Anatomie des Menschen: Lehrbuch und Atlas in einem Band (De Gruyter Studium) (19th totaly rev. ed.), De Gruyter, 2012 | * Waldeyer et al., Anatomie des Menschen: Lehrbuch und Atlas in einem Band (De Gruyter Studium) (19th totaly rev. ed.), De Gruyter, 2012 | ||
* Bruns et al., Klinische Untersuchung der Halte- und Bewegungsorgane (1. Auflage), Thieme Verlag, 2019 | |||
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Aktuelle Version vom 21. März 2024, 09:54 Uhr
Synonyme: Aponeurosis dorsalis digitorum manus, Streckaponeurose
Englisch: extensor expansion, extensor hood
Definition
Die Dorsalaponeurosen der Finger sind funktionell bedeutsame, handrückenseitige (dorsale) Sehnenplatten der Finger.
Anatomie
Die derben, verschieblichen Dorsalaponeurosen bestehen aus längs, quer und vertikal miteinander verwobenen, bindegewebigen Fasern. Sie dienen mehreren Extensoren der Hand, deren Muskelbäuche am Unterarm liegen, als Ansatz. Sie selbst inserieren ihrerseits über die Tractus an den Phalangen der Finger. Man unterscheidet:
Tractus intermedius
Der Tractus intermedius oder mittlerer Trakt zieht dorsal auf den Fingern nach distal und reicht bis zur Mittelphalanx. Er erhält hauptsächlich Fasern aus den Endsehnen der langen Extensoren, die am Unterarm entspringen. Er wird weiter in eine Pars medialis und eine Pars lateralis eingeteilt.
Wird der Tractus intermedius durchtrennt, kommt es zur sogenannten Knopflochdeformität. Ein klinischer Funktionstest, um die Integrität des Tractus intermedius zu überprüfen ist der Elson-Test.
Tractus lateralis
Der Tractus lateralis oder lateraler Trakt zieht beidseits jedes Fingers nach distal und reicht bis zur Endphalanx. In ihn strahlen die Endsehnen der Musculi lumbricales manus ein, zum geringeren Teil die der Musculi interossei. Daher gelten erstere als wichtigste Strecker in den Fingerendgelenken (DIP).
Inserierende Muskeln
Folgende Muskeln inserieren über Dorsalaponeurosen am jeweiligen Finger:
- Musculus extensor indicis: Dorsalaponeurose von D2
- Musculus extensor digiti minimi: Dorsalaponeurose von D5
- Musculus abductor digiti minimi: Dorsalaponeurose von D5 ulnarseitig
- Musculus extensor digitorum: Dorsalaponeurosen von D2 bis D5
- Musculi lumbricales manus: Dorsalaponeurose von D2 bis D5 radialseitig
- Musculi interossei palmares: Dorsalaponeurose von D2, D4 bzw. D5
- Musculi interossei dorsales: Dorsalaponeurose von D2 bis D5
Die Extensoren bewirken eine Dorsalextension in den Handgelenken und mit den restlichen Muskeln über die Dorsalaponeurosen auch in den Fingern.
Literatur
- Waldeyer et al., Anatomie des Menschen: Lehrbuch und Atlas in einem Band (De Gruyter Studium) (19th totaly rev. ed.), De Gruyter, 2012
- Bruns et al., Klinische Untersuchung der Halte- und Bewegungsorgane (1. Auflage), Thieme Verlag, 2019