Zahnhartsubstanzdefekt
Synonym: Zahnhartsubstanzverlust
Definition
Ein Zahnhartsubstanzdefekt bezeichnet einen strukturellen Verlust der mineralisierten Bestandteile des Zahns (Zahnhartsubstanz), insbesondere von Schmelz, Dentin und gegebenenfalls auch Zement. Solche Defekte können unterschiedlich tief sein und vielfältige Ursachen haben, z.B. kariös, traumatisch oder durch Abnutzung bedingt.
Ätiologie
Die Unterteilung erfolgt grob in kariös-bedingte und nicht-kariös-bedingte Zahnhartsubstanzdefekte. Mögliche Ursachen für nicht-kariös-bedingten Zahnhartsubstanzdefekten sind z.B.:
- Abrasion
- Abfraktion (keilförmiger Zahndefekt)
- Erosion
- Trauma
- Entwicklungsstörungen (Hypoplasien oder Hypomineralisation des Schmelzes; z.B. MIH)
- Iatrogene Ursachen
Symptome
Zahnhartsubstanzdefekte äußern sich häufig zunächst durch eine gesteigerte Empfindlichkeit der Zähne gegenüber äußeren Reizen wie Kälte, Wärme, süßen oder sauren Lebensmitteln. Besonders bei freiliegendem Dentin kann es zu einem ziehenden oder stechenden Schmerz kommen. Sichtbare Veränderungen der Zahnoberfläche – etwa Rillen, Einkerbungen, Verfärbungen oder matte Stellen – sind ebenfalls typische Anzeichen.
In fortgeschrittenen Fällen können durch den Substanzverlust funktionelle Beeinträchtigungen entstehen, etwa beim Kauen oder Sprechen. Treten Defekte im Frontzahnbereich auf, sind auch ästhetische Einschränkungen möglich.
Gelangen Bakterien in tiefere Strukturen, kann es zu einer Pulpitis mit starken Schmerzen kommen.
Quelle
- Schierz und Busch, Nicht kariös bedingte Zahnhartsubstanzdefekte der Zahnkrone, ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt, 2011