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Wundheilungsphasen

1 Definition

Die Wundheilungsphasen repräsentieren den Ablauf einer Wundheilung in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten.

2 Phasen

Es kann zwischen der Reinigungsphase (Exsudation und Resorption), der Granulationsphase (Proliferation und Festigung) und der Differenzierungsphase unterschieden werden. Diese Unterscheidung hat jedoch primär diadaktische Gründe - nach neueren Erkenntnisssen spielen sich die einzelnen Phasen der Wundheilung nicht streng sequenziell ab, sondern laufen über die verschiedenen Wundabschnitte hinweg weitgehend parallel.

2.1 Reinigungsphase

Die exsudative Phase setzt in dem Moment der Verletzung ein und dauert unter physiologischen Bedingungen ca. 3 Tage. Erste Gefäß- und Zellreaktionen sind Blutstillung und Blutgerinnung, welche nach ca. 10 Min. abgeschlossen sind.

Durch Vasodilatation und Steigerung der Kapillarpermeabilität kommt es dann zur verstärkten Exsudation von Blutplasma in das Interstitium. Damit wird die Einwanderung der Leukozyten, vor allem neutrophiler Granulozyten und Makrophagen in das Wundgebiet gefördert, die in der anschließenden resorptiven Phase nekrotisches Gewebe abbauen (Phagozytose) und ein antibakteriell wirksames Milieu schaffen.

2.2 Granulationsphase

In der Granulationsphase überwiegt die Zellproliferation mit dem Ziel der Gefäßneubildung und Defektauffüllung durch das Granulationsgewebe. Ohne neue Gefäße, die eine ausreichende Versorgung des Wundgebietes mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen sicherstellen, kann die Wundheilung nicht voranschreiten.

Fibroblasten aus dem umliegenden Gewebe können in das bei der Blutgerinnung entstandene Gerinnsel und Fibrinnetz einwandern und es als provisorische Matrix nutzen. Die Fibroblasten stammen vorwiegend aus dem verletzten Gewebe. In zeitlicher Abhängigkeit von der Gefäßneubildung beginnt etwa am 4. Tag nach der Wundenstehung die Defektauffüllung mit dem neuen Gewebe. Es entwickelt sich das Granulationsgewebe, dessen Aufbau maßgeblich von den Fibroblasten und Makrophagen initiiert wird.

2.3 Differenzierungsphase

Etwa zwischen dem 6. und 10. Tag beginnt die Ausreifung der kollagenen Fasern, die Wunde kontrahiert, das Granulationsgewebe wird zunehmend wasser- u gefäßärmer (Narbengewebe).

Epithelzellen benötigen für ihre Einwanderung eine feuchte Gleitfläche. Die Überhäutung bildet schließlich den Abschluss der Wundheilung. Die Reepithelisierung ist kein vollwertiger Hautersatz. Von Schürfwunden abgesehen, die eine vollwertige Heilung durchmachen, fehlen ansonsten Drüsen, Pigmentzellen und Innervation.

Die entstehende Narbe steht anfangs über dem Hautniveau und senkt sich nach Wochen und Monaten ab und verliert die anfänglich ebenfalls bestehende Rötung.

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Fachgebiete: Pathologie, Physiologie

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