Workshop
Definition
Ein Workshop ist ein praxisorientiertes Lernformat, bei dem in kleinen Gruppen Wissen und Fertigkeiten vermittelt werden. Im medizinischen Kontext dienen Workshops der Kompetenzentwicklung durch praktische Übungen, Fallbeispiele, Simulationstrainings und angeleitete Diskussionen.
Hintergrund
Workshops haben sich in der medizinischen Aus-, Fort- und Weiterbildung als didaktisches Instrument etabliert. Insbesondere prozeduale Fertigkeiten, Teamkommunikation, Entscheidungsfindung unter Zeitdruck und der Umgang mit seltenen, aber kritischen Situationen profitieren von aktiven Lernformaten.
Didaktisch stützen sich Workshops auf erfahrungsbasiertes Lernen.
Aufbau und Struktur
Typisch für medizinische Workshops sind eine konzise Wissenvermittlung und praktische Arbeitsphasen in Kleingruppen. Je nach Thema werden Fallvignetten, Skills-Stationen, Simulationen oder Gerätetrainings verwendet. Eine strukturierte Nachbesprechung mit Feedback und Einordnung in Leitlinien oder klinische Standards ist essenzieller Bestandteil.
Die Gruppengröße ist bewusst klein gehalten, um aktive Beteiligung, individuelles Feedback und gezieltes Coaching zu ermöglichen. Die Leitung erfolgt meist durch erfahrene Instruktoren mit fachlicher und didaktischer Expertise.
Anwendungsgebiete
Workshops werden in nahezu allen medizinischen Disziplinen eingesetzt. Häufige Anwendungsfelder sind die Notfall- und Akutmedizin, chirurgische und interventionelle Fächer, Anästhesie, Intensivmedizin sowie Kommunikationstrainings. Auch in der Katastrophenmedizin, im Rettungsdienst und in der interprofessionellen Ausbildung spielen Workshops eine zentrale Rolle, etwa zur Schulung von Algorithmen, Führungsstrukturen oder Teamarbeit.
Vorteile
- Hoher Praxisbezug durch aktives Anwenden von Wissen und Fertigkeiten
- Effektive Vermittlung prozedualer, sozialer und kommunikativer Kompetenzen
- Besserer Wissenstransfer in den klinischen Alltag im Vergleich zu passiven Lehrformaten
- Hohe Lernmotivation durch interaktive Gestaltung
- Direktes Feedback durch Instruktoren und Teilnehmende
- Möglichkeit, Fehler in geschütztem Rahmen zu machen und zu reflektieren
- Gute Eignung für interprofessionelles Lernen und Teamtraining
Limitationen
- Hoher organisatorischer und personeller Aufwand
- Begrenzte Teilnehmerzahl und eingeschränkte Skalierbarkeit
- Abhängigkeit von didaktischer und fachlicher Qualität der Instruktoren
- Zeitintensiv im Vergleich zu Vorlesungen oder E-Learning-Formaten
- Erhöhter Material- und Raumbedarf, insbesondere bei Simulationen
- Ohne klare Lernziele und Struktur geringerer nachhaltiger Lerneffekt