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Pallästhesie

(Weitergeleitet von Vibrationsempfinden)

Synonym: Vibrationsempfinden
Englisch: pallaesthesia

1 Definition

Als Pallästhesie bezeichnet man das Vibrationsempfinden. Diese spezifische Qualität des Tastsinns wird rezeptiv durch die Meissner-Tastkörperchen (niederfrequente Vibration) und die Vater-Pacini-Körperchen (hochfrequente Vibration) vermittelt.

2 Klinische Relevanz

In der neurologischen Untersuchung wird die Pallästhesie zur Beurteilung der Tiefensensibilität herangezogen. Die Prüfung erfolgt mittels graduierter Stimmgabel nach Rydel-Seiffer (128 Hz), die die Quantifizierung des Vibrationsempfindens in einem Skalenbereich von 0-8 ermöglicht. Diese wird nach Anschlagen von distal beginned auf oberflächlich liegende Knochenanteile aufgesetzt. Bei distalen Wahrnehmungsdefiziten wird die Überprüfung nach proximal fortgesetzt:

Der Patient hält während der Untersuchung die Augen geschlossen und gibt nach Instruktion des Untersuchers den Zeitpunkt an, zu dem er keine Vibration mehr verspürt. Entsprechend der Angabe kann der Wert auf der Skala bestimmt werden.

3 Störungen

Ein vermindertes Vibrationsempfinden (< 6/8) bezeichnet man als Pallhypästhesie, den kompletten Ausfall als Pallanästhesie (0/8). Beide Störungen treten typischerweise als Folge eines peripheren Nervenleidens (insb. Polyneuropathie) auf, auch in Folge eines Vitamin-B12-Mangels. Seltenere Ursachen sind Rückenmarksläsionen oder supraspinale Störungen im Bereich des Lemniscus medialis oder sensorischen Cortex.

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