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Tropheryma whipplei

nach George Hoyt Whipple (1878–1976), US-amerikanischer Pathologe
von altgriechisch: τροφή (trophe) - Ernährung; ερυμα ("eryma") - Schutzwehr, Schranke

1 Definition

Tropheryma whipplei ist ein grampositives, aerobes, meist intrazellulär vorliegendes Stäbchenbakterium. Es gehört zur Gruppe der Aktinomyzeten. Der Erreger wurde 1907 erstmals von George Hoyt Whipple beschrieben und gilt als Auslöser des Morbus Whipple.

2 Morphologie

Tropheryma whipplei ist ein relativ kurzes Stäbchenbakterium, das 0,8 bis 1,7 µm lang und 0,25 bis 0,3 µm breit ist. Es besitzt keine Flagellen. Der Erreger lässt sich mit der PAS-Reaktion gut anfärben, mit der Ziehl-Neelsen-Färbung hingegen nicht, da er nicht säurefest ist. Bei extrazellulärer Vermerhrung bildet das Bakterium Zellaggregate, die von einer extrazellulären Matrix umgeben sind.

3 Pathogenese

Nach der Infektion entwickelt sich die Erkrankung über mehrere Jahre. Grund dafür ist der langsame Vermehrungszyklus der Keims, der rund 18 Tagen für eine Zellteilung benötigt. Betroffen sind vor allem Männer - das Geschlechterverhältnis ♂︎:♀︎ beträgt 8:1. Überdurchschnittlich häufig sind Patienten mit HLA-B27-Merkmal betroffen.

4 Diagnostik

Zur Diagnostik des Keims bzw. der Erkrankung wird bei den Patienten eine Duodenalbiopsie durchgeführt. Daneben werden häufig Liquor oder andere Körperflüssigkeiten entnommen. Die gewonnenen Proben untersucht man mittels PCR oder Immunhistochemie.

5 Therapie

Als Therapieansatz gilt eine hochdosierte intravenöse Initialtherapie mit liquorgängigen Antibiotika. Dieser Therapie schließt sich eine zwölfmonatige orale Dauertherapie mit Cotrimoxazol an. Die orale Therapie mit Tetrazyklinen oder Penicillinen wies in der Vergangenheit eine hohe Rezidivrate auf.[1] Alternativ wurde eine Kombinationstherapie mit Doxycyclin und Hydroxychloroquin vorgeschlagen. Die aktuelle Studienlage (2019) ist dünn.

6 Quellen

  1. Keinath RD, Merrell DE, Vlietstra R, Dobbins WO: Antibiotic treatment and relapse in Whipple's disease. Long-term follow-up of 88 patients. Gastroenterology. 1985 Jun;88(6):1867-73.

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