Tropfanästhesie
Synonyme: Lokalanästhesie des Auges, topische Anästhesie des Auges
Definition
Die Tropfanästhesie bezeichnet eine Lokalanästhesie des Auges, bei der ein Lokalanästhetikum in Form von Augentropfen auf die Binde- und Hornhaut appliziert wird.
Hintergrund
Im Gegensatz zur Peribulbäranästhesie, bei der eine Anästhesie des kompletten Auges einschließlich einer motorischen Blockade erreicht wird, beschränkt sich die Tropfanästhesie auf Binde- und Hornhaut. Typischerweise verwendete Lokalanästhetika sind Lidocain, Oxybuprocain, Proxymetacain und Tetracain, die zu einer Blockade der spannungsabhängigen Natriumkanäle führen. Bei wiederholter Applikation in hoher Konzentration können die Substanzen auch in die vordere Augenkammer penetrieren und dort zu einer Anästhesie führen.
Indikationen
Typische Indikationen sind die Kataraktoperation, Wundversorgungen an der Bindehaut, Kontaktglasuntersuchungen, Fremdkörperentfernungen an der Hornhaut oder die Messung des Augeninnendrucks (Applanationstonometrie).
Vorteile
Die Tropfanästhesie ist schnell und einfach durchzuführen und weitgehend risikolos. Systemische Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten.
Nachteile
Da die Tropfanästhesie keine Akinesie der Augenmuskulatur bewirkt, muss der Patient das Auge während des Eingriffs bewusst ruhig halten. Nach dem Eingriff darf das Auge nicht mit Händen, Taschentüchern oder Tupfern berührt werden, da die Schutzreflexe vorübergehend herabgesetzt sind. Das gleiche gilt für das assistierende Pflegepersonal.
Eine wiederholte bzw. unsachgemäße Anwendung kann zu irreversiblen epithelialen Hornhautschäden und einer Hornhautperforation führen.
Literatur
- EyeWiki: Ocular Anesthesia, abgerufen am 17.12.2026
- Striebel, H.: Die Anästhesie, 4. Auflage. Stuttgart, Thieme, 2019