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Economy-Class-Syndrom

(Weitergeleitet von Touristenklasse-Syndrom)

Synonyme: Flugzeugthrombose, Flugthrombose, Reisethrombose, Touristenklasse-Syndrom

1. Definition

Als Economy-Class-Syndrom wird eine durch langes Sitzen während Flügen oder Busreisen hervorgerufene Phlebothrombose der Beine bezeichnet. Der Name spielt auf das Sitzen mit angewinkelten Beinen in engen Sitzreihen an.

2. Geschichte

Erstmalig wurde diese Art der Phlebothrombose während des 1. Weltkrieges von alliierten Ärzten bei jungen Soldaten im Stellungskrieg an der West-Front beobachtet, nämlich eine auffällig hohe Inzidenz an Lungenembolien bei Soldaten, die mit angewinkelten Beinen regungslos im Schützengraben lagen.

3. Pathogenese

Das Economy-Class-Syndrom entsteht durch zu langes Abknicken der Vena poplitea in der Kniekehle. Dadurch entsteht eine Abflussbehinderung. Vor dem Engpass staut sich das Blut - es kommt folglich zur Stase, welche eine Grundvoraussetzung für die Ausbildung eines Thrombus darstellt (s. Virchow-Trias). Ein weiterer Grund ist wahrscheinlich die trockene Luft in Flugzeugen mit einer dadurch bedingten Dehydratation. Auch der niedrige Luftdruck in Flugzeugkabinen soll zum Versacken von Blut in den Beinen beitragen.

Insbesondere bei einer vorliegenden Thrombophilie können so bei langem Sitzen ohne Aufstehen und Gymnastik Thrombosen entstehen, die nach Ankunft am Flughafen durch Loslösung zu schwerwiegenden Komplikationen (z.B. Lungenembolie) führen können.

Das Auftreten von Flugzeugthrombosen hat daher einige Fluggesellschaften dazu bewegt, den Sitzreihenabstand in der Economy Class zu erhöhen, um so durch vermehrte Bewegungsfreiheit Thrombosen vorzubeugen.

4. Prävention

Während eines längeren Fluges sollte man reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen, vorzugsweise Mineralwasser und Fruchtsaft, weniger Alkohol, da dieser dem Körper diuretisch das Körperwasser entzieht. Ebenso sollte man öfter vom Sitz aufstehen und im Gang gehen. Deshalb ist es empfehlenswert, einen Gangsitz zu buchen, da man dann schneller, unbehindert aufstehen kann. Risiko-Patienten (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Varikose) und Schwangere sollten sich beraten lassen, ob eine medikamentöse Antikoagulation ratsam ist.

Stützstrümpfe für den Unterschenkelbereich wirken hydrostatisch-mechanisch der Ausbildung von Unterschenkelödemen, der Ausbildung einer Blutstase entgegen, und damit präventiv gegen die Ausbildung der Thrombose. Ergänzend kann die orale Einnahme von Venaruton, einem Rutenoid, erfolgen (10 Tage vor Reisebeginn, 1000 mg/Tag), das der Ausbildung von Unterschenkel-Ödem vorbeugen soll.

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Dr. med. Norbert Ostendorf
Arzt | Ärztin
Gunnar Römer
Medizinjournalist/in
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29.04.2015, 16:18
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