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Subtrochantäre Fraktur

(Weitergeleitet von Subtrochantäre Femurfraktur)

Synonyme: subtrochantäre Femurfraktur, subtrochantäre Oberschenkelfraktur
Englisch: subtrochanteric fracture

1. Definition

Eine subtrochantäre Fraktur ist eine Bruchverletzung des Oberschenkels, die sich bis zu 5 cm unterhalb des Trochanter major befindet.

2. Epidemiologie

Subtrochantäre Frakturen machen etwa 10 bis 20 % aller Hüftfrakturen aus. Sie treten häufiger bei älteren Menschen auf. Die Inzidenz steigt mit dem Alter. Mit zunehmendem Alter sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Häufig besteht eine Koinzidenz mit intertrochantären Frakturen.

3. Ätiologie

Die Hauptursache von subtrochantären Frakturen ist ein direkter Sturz auf die betroffene Seite, oft bei älteren Menschen mit vorbestehender Osteoporose. Bei jüngeren Menschen kann eine subtrochantäre Fraktur durch ein Hochrasanztrauma wie einen Autounfall oder einen Sturz aus großer Höhe verursacht werden.

4. Klassifikation

Die Einteilung erfolgt z.B. nach Russell-Taylor in zwei Typen:

  • Typ 1: Fraktur, welche die Fossa trochanterica nicht involviert
  • Typ 2: Fraktur, welche die Fossa trochanterica involviert

Ursprünglich wurde die Klassifikation verwendet, um zwischen Frakturen zu unterscheiden, die für einen intramedullären Nagel geeignet sind (Typ I), und solchen, die eine Form von lateralem festen Winkelgerät erfordern (Typ II). Dank neuerer Osteosynthese-Techniken ist dies heutzutage nicht mehr der Fall.

5. Symptome

Patienten mit einer subtrochantären Fraktur klagen in der Regel über starke Schmerzen in der Leistengegend, die in das Oberschenkel- oder Kniegebiet ausstrahlen können. Das betroffene Bein ist oft verkürzt und in Außenrotationsstellung.

6. Diagnostik

Die Diagnose basiert auf der klinischen Untersuchung und Röntgenaufnahmen. In einigen Fällen kann eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich sein, um den Frakturverlauf genau darzustellen.

7. Therapie

Die meisten subtrochantären Frakturen benötigen eine operative Behandlung. Diese kann mit intramedullären Nägeln (1. Wahl), extramedullären Platten und Schrauben oder einer Hüftprothese erfolgen. Das genaue Prozedere hängt von Art und Ort der Fraktur sowie vom Allgemeinzustand und vom Alter des Patienten ab.

Da auf die Bruchstücke teils starker Muskelzug einwirkt, kann es zu Dislokationen kommen, wodurch die Therapie erschwert ist.

In Abhängigkeit des Gesundheitsstatus des Patienten kommt teils auch eine konservative Traktionstherapie zum Einsatz, wenn beispielsweise das Risiko einer Narkose zu hoch ist.

Die Osteoporosebehandlung und Sturzprävention sind entscheidend, um weitere Frakturen zu verhindern.

8. Prognose

Mit angemessener chirurgischer Versorgung und Rehabilitation kann ein gutes postoperatives Ergebnis erreicht werden.

Die 1-Jahres-Letalität nach Auftreten einer subtrochantären Fraktur auf etwa 25 % geschätzt.

9. Quellen

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