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Subakute sklerosierende Panenzephalitis

Synonym: SSPE

1 Definition

Die subakute sklerosierende Panenzephalitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns mit progredienter Symptomatik, die durch eine Slow-Virus-Infektion hervorgerufen wird. Es handelt sich um eine eine stets letal verlaufende Folgeerkrankung einer Masern-Infektion.

2 Epidemiologie

Die SSPE ist in Ländern mit guten Durchimpfungsraten eine äußerst seltene Erkrankung mit einem Altersgipfel von 11 Jahren bei Erkrankung. Man geht von einem Fall der SSPE bei 10.000 Masernerkrankungen aus.

3 Ätiologie

Die SSPE ist eine mögliche, aber glücklicherweise nicht häufige Folgeerkrankung der Masern. Im Gehirn finden sich entzündliche Veränderungen mit perivaskulären Infiltraten von Entzündungszellen, subkortikalen Entmarkungsherden und eine reaktive Gliose. Regelmäßig sind in den Gliazellen Einschlusskörperchen festzustellen, aus denen sich inkonstant Virusmutanten des Masernvirus nachweisen lassen.

4 Klinik

Die subakute sklerosierende Panenzephalitis beginnt meistens schleichend mit psychischen Auffälligkeiten, einem Nachlassen der schulischen Leistungen und eventuell auch neurologischen Symptomen. Im weiteren Verlauf entwickeln sich regelmäßig periodisch auftretende Myoklonien, zusätzlich finden sich häufig Störungen des extrapyramidalmotorischen Systems in Form von Hyperkinesien und Krampfanfällen. Weiterhin kann eine Beeinträchtigung des Sehvermögens, bis hin zur Blindheit hinzukommen. Im Endstadium besteht meistens ein Opisthotonus mit Übergang in ein apallisches Syndrom.

5 Diagnostik

Meistens lässt sich anamnestisch eine frühe Maserninfektion vor dem 2. Lebensjahr erfragen. Im Liquor cerebrospinalis findet sich eine Pleozytose und erhöhtes IgG, es besteht ein hoher Antikörpertiter gegen das Masernvirus.

Im EEG können synchron zu den auftretenden Myoklonien sogenannte Rademecker-Komplexe festgestellt werden.

6 Therapie

Eine kausale und lebensrettende Therapie ist zur Zeit (2007) nicht verfügbar. Mit symptomatischer Therapie kann ein Überleben von etwa 6-18 Monaten ermöglicht werden.

7 Prophylaxe

Das an die Masern gebundene Auftreten der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis ermöglich es, durch die MMR-Schutzimpfung eine Prävention der Masern selbst und dieser tödlichen Folgekrankheit durchzuführen. Seit Einführung der Masern-Impfung in den achtziger Jahren ist die Inzidenz der SSPE gesunken.

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