Strahlenschutzkleidung
Definition
Strahlenschutzkleidung umfasst persönliche Schutzkleidung zur Reduktion der Strahlenexposition gegenüber ionisierender Strahlung. Sie dient insbesondere dem Schutz von Personal vor Streustrahlung in medizinischen und technischen Anwendungen.
Hintergrund
Strahlenschutzkleidung wirkt durch Abschirmung ionisierender Strahlung. Dabei wird die Intensität der Strahlung durch Absorption und Streuung im Material reduziert. Der Abschirmeffekt hängt ab von:
- Strahlenart und Energie
- Material und Ordnungszahl
- Materialdicke (z.B. Bleigleichwert)
Besonders wirksam ist Strahlenschutzkleidung gegenüber Photonenstrahlung (z.B. Röntgenstrahlung), während sie gegenüber hochenergetischer Strahlung oder Neutronenstrahlung nur eingeschränkt schützt.
Einteilung
Zu den wichtigsten Formen der Strahlenschutzkleidung gehören:
- Bleischürze (Front- oder Rundumschutz)
- Schilddrüsenschutz
- Strahlenschutzbrille (Schutz der Augenlinse)
- Strahlenschutzhandschuhe
- Strahlenschutzkappe
Die Auswahl richtet sich nach Expositionssituation und gefährdeten Organen.
Materialien
Traditionell wird Blei aufgrund seiner hohen Ordnungszahl verwendet. Moderne Materialien sind häufig bleireduziert oder bleifrei und basieren auf Wismut, Wolfram oder Antimon. Die Materialien ermöglichen eine vergleichbare Abschirmwirkung bei geringerem Gewicht. Die Schutzwirkung wird als Bleigleichwert angegeben (z.B. 0,25 mm, 0,35 mm, 0,5 mm Pb).
Anwendungsgebiete
Strahlenschutzkleidung wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt, in denen Personen ionisierender Strahlung ausgesetzt sein können. Ein wichtiger Anwendungsbereich ist die Radiologie, insbesondere die interventionelle Radiologie, in der medizinisches Personal während bildgeführter Eingriffe kontinuierlich Strahlung ausgesetzt ist und daher geschützt werden muss. Auch in der Nuklearmedizin kommt Strahlenschutzkleidung zum Einsatz, um den Umgang mit radioaktiven Substanzen sicherer zu gestalten. In der Strahlentherapie wird Strahlenschutzkleidung beispielsweise bei der Lagerung von Patientinnen und Patienten sowie bei unterstützenden Tätigkeiten verwendet, um das Personal vor Streustrahlung zu schützen. Darüber hinaus findet Strahlenschutzkleidung auch in Industrie und Forschung Anwendung.
Qualitätssicherung
Strahlenschutzkleidung muss regelmäßig überprüft werden, um Defekte (z.B. Risse im Material) auszuschließen. Die Kontrolle erfolgt meist durch Röntgen-Durchleuchtung und visuelle Inspektion. Beschädigte Schutzkleidung darf nicht weiter verwendet werden.