Schilddrüsenschutz
Definition
Der Schilddrüsenschutz ist eine Form der Strahlenschutzkleidung und dient dazu, die Schilddrüse vor ionisierender Strahlung zu schützen. Insbesondere im medizinischen Alltag reduziert er die Belastung durch Streustrahlung.
Hintergrund
Die Schilddrüse zählt zu den strahlenempfindlichen Organen. Eine Exposition kann das Risiko für stochastische Strahlenschäden, insbesondere die Entstehung von Schilddrüsenkarzinomen, erhöhen. Im klinischen Kontext entsteht die relevante Belastung meist nicht durch Primärstrahlung, sondern durch Streustrahlung, beispielsweise bei Durchleuchtungsuntersuchungen oder in der interventionellen Radiologie. Daher ist der Schutz der Schilddrüse insbesondere für regelmäßig exponiertes Personal von Bedeutung.
Aufbau und Materialien
Der Schilddrüsenschutz besteht aus einem um den Hals getragenen Schutzkragen, der strahlenabsorbierende Materialien enthält. Die Schutzwirkung wird als Bleigleichwert angegeben und liegt typischerweise im Bereich von 0,25 bis 0,5 mm Pb. Neben klassischem Blei kommen zunehmend bleifreie Materialien wie Wismut oder Wolfram zum Einsatz, die eine vergleichbare Abschirmwirkung bei geringerem Gewicht ermöglichen.
Anwendung
Der Schilddrüsenschutz wird vor allem in der Radiologie, insbesondere in der interventionellen Radiologie, sowie in der Nuklearmedizin eingesetzt. Er wird primär vom medizinischen Personal getragen und ergänzt andere Maßnahmen des Strahlenschutzes, vor allem das Abstandsgesetz und bauliche Abschirmungen.
Qualitätskontrolle
Zur Sicherstellung der Schutzwirkung sollte der Schilddrüsenschutz regelmäßig auf Materialdefekte überprüft werden. Dies erfolgt üblicherweise durch visuelle Inspektion und bei Bedarf durch Röntgen-Durchleuchtung. Beschädigte Schutzkleidung darf nicht weiter verwendet werden.