Strahlenschutzbrille
Englisch: radiation protection glasses
Definition
Die Strahlenschutzbrille ist eine Form der Strahlenschutzkleidung zum Schutz der Augenlinse vor ionisierender Strahlung. Sie dient insbesondere der Verminderung der Exposition gegenüber Streustrahlung bei medizinischen Anwendungen.
Hintergrund
Die Augenlinse gehört zu den strahlenempfindlichen Geweben. Eine Exposition kann zur Entstehung von deterministischen Strahlenschäden führen, insbesondere zu strahleninduzierten Katarakten. Im klinischen Alltag entsteht die relevante Belastung vor allem durch Streustrahlung, beispielsweise in der interventionellen Radiologie. Aufgrund der meist geringen Distanz zur Strahlenquelle kann die Dosis an der Augenlinse erheblich sein.
Aufbau und Materialien
Strahlenschutzbrillen bestehen aus strahlenabsorbierenden Gläsern sowie seitlichen Abschirmungen zum Schutz vor schräg einfallender Strahlung. Die Schutzwirkung wird als Bleigleichwert angegeben und liegt typischerweise im Bereich von 0,25 bis 0,75 mm Pb. Neben klassischem Blei werden auch bleifreie Materialien mit vergleichbarer Abschirmwirkung eingesetzt.
Anwendung
Die Strahlenschutzbrille wird vor allem in der Radiologie, insbesondere bei interventionellen Verfahren, sowie in der Nuklearmedizin verwendet. Sie ist insbesondere bei Tätigkeiten mit erhöhter Streustrahlung und geringer Distanz zur Strahlenquelle angezeigt. Der Einsatz erfolgt ergänzend zu anderen Maßnahmen des Strahlenschutzes wie Abstandsgesetz, baulicher Abschirmung und Strahlenschutzkleidung.
Qualitätssicherung
Strahlenschutzbrillen sollten regelmäßig auf Beschädigungen und Materialdefekte überprüft werden. Insbesondere Kratzer oder Materialermüdung können die Schutzwirkung beeinträchtigen.