Stimulans
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Loslegenvon lateinisch: stimulare - anregen
Englisch: stimulant
Definition
Ein Stimulans (Plural: Stimulanzien) ist ein Wirkstoff, der anregend auf die Körperfunktionen wirkt. Wenn er vor allem anregend auf das Nervensystem wirkt, spricht man von einem Psychostimulans.
Beispiele
Indirekte Sympathomimetika
Indirekte Sympathomimetika erhöhen die Freisetzung von Noradrenalin in den synaptischen Spalt oder hemmen seine Wiederaufnahme in die Präsynapse. Dadurch wird die Aktivität des Sympathikus gesteigert. Peripher können sich dementsprechend eine Steigerung der Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, Dilatation der Bronchien und weitere Effekte einer Sympathikusaktivierung zeigen.
Im Zentralnervensystem wirksame Sympathomimetika steigern unter anderem die Konzentrationsfähigkeit, das fokussierte Denken und die Vigilanz. Überdosierung und Abusus können zu einer Verkennung der Leistungsgrenzen, zur Beeinträchtigung des kardiovaskulären Systems und zum Tod führen.
Zu dieser Wirkstoffklasse zählen beispielsweise:
- Amphetamine und weitere Phenylethylamin-Derivate
- Amphetamin
- Dexamphetamin
- Methylphenidat
- Pemolin
Ferner sind zahlreiche illegale Rauschmittel zu dieser Klasse zu zählen, so etwa Kokain und Ecstasy.
Adenosinrezeptor-Antagonisten
Adenosinrezeptor-Antagonisten vermindern die dämpfende Wirkung von Adenosin im Zentralnervensystem. Dadurch erhöhen sie die Vigilanz und reduzieren das Müdigkeitsgefühl. Zu dieser Gruppe zählen Methylxanthine wie Koffein und Theophyllin. Ihre zentral stimulierende Wirkung ist unterschiedlich stark ausgeprägt.
Nikotinerge Acetylcholinrezeptor-Agonisten
Nikotinerge Acetylcholinrezeptoren beeinflussen die neuronale Erregungsübertragung. Ein typisches Beispiel ist Nikotin, das kurzfristig Aufmerksamkeit und Wachheit steigern kann. Seine Wirkung auf das dopaminerge Belohnungssystem trägt zum hohen Abhängigkeitspotenzial bei.
Anwendung
Stimulanzien werden zur Leistungssteigerung, als Drogen und als Therapeutika eingesetzt. Beispiele für therapeutische Indikationen sind das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom und die Narkolepsie.[1][2] Nicht alle zur ADHS-Behandlung eingesetzten Wirkstoffe sind Stimulanzien; beispielsweise zählt Guanfacin nicht zu dieser Wirkstoffklasse.[3]
Quellen
- ↑ Fachinformation Ritalin 10 mg Tabletten, Stand September 2025, abgerufen am 11.10.2026
- ↑ DGN: S2k-Leitlinie Behandlung der Narkolepsie bei Erwachsenen und Kindern, AWMF-Registernummer 030-056, Version 5.0, Stand 22.11.2025, abgerufen am 11.10.2026
- ↑ EMA: Intuniv – Produktinformation, abgerufen am 11.10.2026