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Speicheldrüsennekrose (Hund)

Englisch: salivary gland necrosis

1 Definition

Als Speicheldrüsennekrose bezeichnet man den Untergang (Nekrose) von Speicheldrüsenanteilen nach lobulären Infarktgeschehen. Die Erkrankung gehört zum Komplex der Speicheldrüsenerkrankungen beim Hund.

2 Ätiologie

Die Speicheldrüsennekrose wird häufig als idiopathisch bezeichnet. Es kommen jedoch auch ursächliche Traumata in Betracht. Der Infarkt und die daraus resultierende Koagulationsnekrose des Speicheldrüsenlappens ist die Folge einer Thrombosierung großer und kleiner Gefäße, die letztendlich zur Ischämie in den Azini führt.[1]

3 Klinik

Die betroffenen Tiere leiden an vergrößerten und verhärteten Drüsen, die meist hoch schmerzhaft sind. Je nach betroffener Drüse kommt es zu Dysphagie und Anorexie aufgrund des schmerzhaften Abschluckens sowie zu Erbrechen oder Regurgitation.[2]

Bei Terriern und Beaglen ist auch eine nekrotisierende Form mit Sialometaplasie (nekrotisierende Sialometaplasie) beschrieben, die mit hochgradigem Schmerz einhergeht.[1]

4 Differenzialdiagnosen

Differenzialdiagnostisch sind verschiedene neoplastische Veränderungen der Speicheldrüsen sowie entzündliche Veränderungen des umgebenden Gewebes und Sialolithiasis abzugrenzen.

5 Diagnose

Die Diagnostik umfasst neben einer ausführlichen allgemeinen klinischen Untersuchung bildgebende Untersuchungsverfahren, wie z.B. CT oder MRT. Mithilfe einer Zytologie und Biopsie der betroffenen Speicheldrüse können nekrotische Prozesse diagnostiziert werden.

6 Therapie

Aufgrund der Schmerzhaftigkeit steht die analgetische Therapie zunächst im Vordergrund. In den meisten Fällen bilden sich die Symptome innerhalb von 14 Tagen vollständig zurück, sodass keine weiteren therapeutischen Schritte mehr notwendig sind.

Bleiben die Beschwerden bestehen oder kommt es zu Rezidiven, ist eine chirurgische Intervention in Form einer Drüsenexstirpation indiziert.

7 Prognose

Die Prognose ist mit gut bis sehr gut zu bewerten. Auch wenn eine Drüsenexstirpation vorgenommen werden muss, kommt es zu keinen Beeinträchtigungen in der Nahrungsaufnahme und beim Kauen.

8 Literatur

  • Hans G. Niemand (Begründer), Peter F. Suter, Barbara Kohn, Günter Schwarz (Herausgeber). Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke-Verlag, 2012.

9 Quelle

  1. 1,0 1,1 Sydney Mukaratirwa et al. Spontaneous necrotizing sialometaplasia of the submandibular salivary gland in a Beagle dog J Toxicol Pathol. 2015 Jul; 28(3): 177–180. Published online 2015 Jun 5. (abgerufen am 30.11.2019)
  2. Schroeder H et al. Salivary gland necrosis in dogs: a retrospective study of 19 cases. J Small Anim Pract. 1998 Mar;39(3):121-5. (abgerufen am 30.11.2019)

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Dezember 2019 um 14:49 Uhr bearbeitet.

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