Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Siderosom

Synonym: Pappenheimer-Körperchen, Siderinpigment

1 Definition

Siderosomen sind intrazelluläre Einschlüsse in Erythrozyten, die aus Eisen bestehen, das nicht an Hämoglobin gebunden ist.

2 Zytologie

Siderosomen treten lichtmikroskopisch bei der May-Grünwald-Giemsa-Färbung (MGG) oder der Berliner-Blau-Reaktion in Form feinkörniger Granula in Erscheinung. Blutzellen mit diesen Inklusionen nennt man Siderozyten bzw. Sideroblasten. Ringsideroblasten besitzen mindestens 5 perinukleäre Siderosomen. Die besondere Anordnung resultiert aus einer Eisenspeicherung in den Mitochondrien.

3 Vorkommen

In Erythroblasten sind Siderosomen bis zu einem gewissen Grad physiologisch, sie können jedoch auch Ausdruck einer Eisenverwertungsstörung sein. Entsprechend kommen Siderosomen gehäuft bei sideroblastischen und hämolytischen Anämien (z.B. Sichelzellanämie) vor.

Erythrozyten enthalten normalerweise keine Siderosomen. Ihr Auftreten spricht - wie das von Howell-Jolly-Körperchen oder Cabot-Ringen - für eine funktionelle oder anatomische Asplenie. Als weitere Ursache kommen ebenfalls Eisenverwertungsstörungen in Frage.

4 Labormedizin

Siderosomen können bei elektrooptischen Zellcountern zu einer falschen Ausweisung der Thrombozytenzahl führen.

Tags: ,

Fachgebiete: Hämatologie, Labormedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2019 um 13:14 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

2 Wertungen (3.5 ø)

3.260 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: