Serinkinase
Definition
Serinkinasen sind Proteinkinasen, die Serinreste in Proteinen phosphorylieren. Sie gehören zu den wichtigsten Regulatoren zellulärer Signalwege.
Terminologie
Serinkinasen werden in der Biochemie meist als Serin/Threonin-Kinasen klassifiziert, da viele Enzyme sowohl Serin- als auch Threoninreste phosphorylieren. Dies beruht auf der strukturellen Ähnlichkeit der beiden Aminosäuren. Enzyme mit strenger Substratspezifität für Serin sind selten.
Biochemie
Serinkinasen übertragen eine Phosphatgruppe von ATP auf die Hydroxylgruppe von Serinresten. Diese posttranslationale Modifikation verändert die Struktur und Funktion von Zielproteinen und steuert zahlreiche zelluläre Prozesse.
Die physiologische Bedeutung von Serinkinasen ist hoch: Sie sind unter anderem an der Regulation von Zellzyklus, Signaltransduktion, Genexpression und Apoptose beteiligt. Viele Serinkinasen wirken als Bestandteile komplexer Signalkaskaden, z.B. der MAPK- oder PI3K/AKT-Signalwege.
Beispiele
- Proteinkinase A (PKA)
- Proteinkinase C (PKC)
- Cyclin-abhängige Kinasen (CDK)
- Mitogen-aktivierte Proteinkinasen (MAPK)
Klinische Bedeutung
Dysregulationen von Serinkinasen spielen eine wichtige Rolle bei Tumorerkrankungen, entzündlichen Prozessen und neurodegenerativen Erkrankungen. Sie sind daher häufige Zielstrukturen moderner Kinaseinhibitoren.