Rekonditionierung (Transplantationsmedizin)
Definition
Unter Rekonditionierung versteht man in der Transplantationsmedizin Maßnahmen zur funktionellen Verbesserung und Stabilisierung von suboptimalen oder marginalen Spenderorganen vor der Transplantation. Sie sollen reversible Schäden reduzieren und die Transplantierbarkeit marginaler Organe erhöhen.
Prinzip
Die Rekonditionierung erfolgt häufig im Rahmen der Ex-vivo-Maschinenperfusion. Je nach Verfahren (hypotherm, subnormotherm oder normotherm) können unterschiedliche therapeutische Ansätze eingesetzt werden. Dazu zählen die kontrollierte Sauerstoffzufuhr, metabolische Unterstützung, Anpassung des Perfusats sowie die Applikation pharmakologischer Substanzen.
Während hypotherme Verfahren primär der Schadensbegrenzung dienen, ermöglicht die normotherme Perfusion eine aktive metabolische Intervention und funktionelle Testung des Organs.
Anwendung
Die Rekonditionierung gewinnt insbesondere bei Extended-Criteria-Spendern und Organen nach Donation after Circulatory Death an Bedeutung. In diesen Fällen wird das Risiko von Ischämie-Reperfusionsschäden und frühen Transplantatdysfunktionen reduziert. Die Rekonditionierung erlaubt es, vormals abgelehnte Organe einer Transplantation zuzuführen (Organ Rescue) und damit den Organpool zu erweitern.
Die Möglichkeiten der Rekonditionierung sind jedoch auf reversible Schäden beschränkt. Ausgeprägte strukturelle Veränderungen wie Fibrosen oder Nekrosen sind in der Regel nicht beeinflussbar. Darüber hinaus erfordern die Verfahren eine spezialisierte Infrastruktur und standardisierte Protokolle.