Perfusat
von lateinisch: perfundere - begießen, durchströmen
Englisch: perfusate
Definition
Als Perfusat bezeichnet man eine Flüssigkeit, die zur Durchströmung (Perfusion) von Organen, Geweben oder technischen Systemen verwendet wird. Ein Perfusat dient dem Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, Elektrolyten oder Arzneistoffen. Es wird u.a. in der klinischen Medizin, Forschung und Technik eingesetzt.
Zusammensetzung
Die Zusammensetzung eines Perfusats richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzgebiet. Sie kann Elektrolytlösungen, Kolloide, Puffer, Sauerstoffträger, Energieträger wie Glukose oder Laktat sowie Medikamente enthalten. In normothermen Systemen werden häufig Blut oder ein erythrozytenhaltiges Medium eingesetzt, während bei hypothermen Verfahren meist kristalloide Lösungen verwendet werden.
Anwendungsbeispiel
In der Transplantationschirurgie ist das Perfusat die Flüssigkeit, mit der Spenderorgane im Rahmen der maschinellen Organperfusion durchströmt werden. Je nach Verfahren kommen hypotherme, normotherme oder subnormotherme Perfusate zum Einsatz. Das Perfusat spielt eine zentrale Rolle für den Erhalt der Organfunktion, die Reduktion von Ischämie-Reperfusionsschäden. Eine Perfusatanalyse ermöglicht in einigen Fällen auch die funktionelle Beurteilung des Organs.
Abgrenzung
Der Begriff Perfusat ist vom Begriff "Perfusionslösung" abzugrenzen, wird jedoch im klinischen Alltag häufig synonym verwendet. Streng genommen bezeichnet das Perfusat die tatsächlich im System zirkulierende Flüssigkeit, während die Perfusionslösung das zugrunde liegende Medium beschreibt.