Hypotherme Maschinenperfusion
Definition
Die hypotherme Maschinenperfusion, kurz HMP, ist ein Verfahren zur Konservierung von Spenderorganen, bei dem das Organ bei niedrigen Temperaturen (typischerweise 4–10 °C) kontinuierlich mit einer Perfusionslösung durchströmt wird. Im Gegensatz zur statischen Kaltlagerung ermöglicht die HMP eine aktive Perfusion und damit eine verbesserte Erhaltung der Organstruktur während der Ischämiephase.
Hintergrund
Die HMP ist insbesondere in der Nierentransplantation etabliert und reduziert nachweislich das Risiko einer verzögerten Transplantatfunktion im Vergleich zur statischen Kaltlagerung. Bei marginalen Organen ermöglicht sie zudem eine bessere funktionelle Einschätzung vor Implantation. In Deutschland startete im Januar 2026 der bundesweite Einsatz der hypothermen Maschinenperfusion für Nieren der ECD-Kategorie.
In der Lebertransplantation gewinnt die HMP zunehmend an Bedeutung, häufig in Kombination mit oxygenierten Verfahren, ist jedoch noch nicht fest in den klinischen Alltag integriert.
Prinzip und Technik
Bei der hypothermen Maschinenperfusion erfolgt die Perfusion in der Regel mit einer sauerstoffarmen oder nicht oxygenierten Lösung unter kontrollierten Druck- und Flussbedingungen. Ziel ist es, den zellulären Metabolismus durch Hypothermie stark zu reduzieren, gleichzeitig aber eine minimale Durchspülung und den Abtransport toxischer Metabolite zu gewährleisten.
Während der Perfusion können Parameter wie Fluss, Druck und vaskulärer Widerstand kontinuierlich gemessen werden und liefern zum Teil zusätzliche Informationen über die Organqualität.
Eine Unterform der HMP ist die hypotherme oxygenierte Maschinenperfusion (HOPE), bei der das Perfusat zusätzlich oxygeniert wird. Dies soll neben der reinen Konservierung auch eine Rekonditionierung des Organs bewirken und Ischämieschäden reduzieren bzw. im weiteren Verlauf vorbeugen.