Statische Kaltlagerung
Englisch: static cold storage, SCS
Definition
Die statische Kaltlagerung bezeichnet die Konservierung eines Spenderorgans bei niedriger Temperatur (etwa 4 °C) ohne aktive Perfusion, meist durch Einlagerung in eine spezielle Konservierungslösung auf Eis.
Hintergrund
Nach der Organentnahme erfolgt eine Spülung mit einer speziellen Konservierungslösung (z. B. UW- oder HTK-Lösung), um letzte Blutreste zu entfernen und das Organ weiter herab zu kühlen. Anschließend wird das Organ steril verpackt und auf Eis gelagert.
Die Konservierung erfolgt passiv, d. h. ohne kontinuierliche Durchströmung oder aktive Sauerstoffzufuhr. Stoffwechselprozesse werden durch die Hypothermie stark verlangsamt, kommen jedoch nicht vollständig zum Erliegen.
Klinische Bedeutung
Die SCS ist weltweit das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Organlagerung und ist nach wie vor der Standard in der Transplantationsmedizin, insbesondere aufgrund ihrer Einfachheit und breiten Verfügbarkeit.
Ihre Effektivität ist jedoch zeitlich begrenzt, da mit zunehmender Kaltischämiezeit das Risiko für Reperfusionsschäden und verzögerte Transplantatfunktion steigt.
Hauptlimitation der SCS ist die fehlende Möglichkeit zur aktiven Einflussnahme auf das Organ während der Lagerung. Insbesondere bei marginalen Spenderorganen stößt das Verfahren an seine Grenzen.