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Radiale Gliazelle

Englisch: radial glial cell, radial glial progenitor cells (RGP)

1 Definition

Radiale Gliazellen sind Vorläuferzellen des Nervensystems, aus denen einen Großteil der Nervenzellen des Gehirns sowie Astrozyten und Oligodendrozyten hervorgehen. Ihre Zellkörper liegen in der Ventrikulärzone des Embryos, die sich neben der Anlage der Hirnventrikel befindet.

2 Embryologie

Bei den radialen Gliazellen handelt es sich um unipotente und multipotente Stammzellen, die morphologisch an Astrozyten erinnern. Sie stammen aus dem Neuroektoderm, das die Neuralplatte formt. Ihre Wandlung zur radialen Glia wird zum einen durch Downregulation der Gene erreicht, die für Expression epithelspezifischer Proteine verantwortlich sind. Zum anderen werden verstärkt Gene aktiviert, die Gliazell-spezifische Proteine wie GLAST, GFAP und Vimentin produzieren. Trotzdem behalten die radialen Gliazellen viele Eigenschaften des Neuroepithels. Dazu gehören eine ausgeprägte Zellpolarität und die Verlagerung ihres Zellkerns in Abhängigkeit vom Zellzyklus.

3 Funktion

Während der Entwicklung des Nervensystems nutzen Neurone die radiale Glia als Orientierungsstruktur, um während der Zellmigration ihren endgültigen Platz im Nervengewebe zu finden. Im späten Stadium der Neurogenese teilen sich radiale Gliazellen in der Ventrikulärzone und erzeugen dabei neue radiale Gliazellen sowie postmitotische Neurone. Signalmoleküle wie Notch und FGF steuern die Proliferation der radialen Glia dabei so, dass eine Auffältelung (Gyrifikation) der Hirnoberfläche resultiert.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juli 2020 um 19:16 Uhr bearbeitet.

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