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Pulsoximeter

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Synonym: Pulsoxymeter

1 Definition

Ein Pulsoximeter ist ein medizinisches Gerät, das zur Messung des Pulses und der Sauerstoffsättigung im kapillären Blut (engl. saturation peripher O2, kurz SpO2), der so genannten Pulsoximetrie, verwendet wird.

2 Einsatzgebiete

Pulsfrequenz und Sauerstoffsättigung sind zwei wichtige Parameter, die im Rahmen von Rettungsdienst- oder Notarzteinsätzen, in der Anästhesie (Operationen, maschinelle Beatmung) und in kritischen Situationen in der Intensivmedizin und der Neonatologie oder auch zur Sicherheit bei ambulanten internistischen Eingriffen überwacht werden (Standardmonitoring). Mit dem Pulsoximeter ist eine kontinuierliche und einfache Überwachung möglich.

3 Prinzip

Das Pulsoximeter ist ein kleines Gerät in Form eines Clips, der an einen Finger (Finger-Pulsoximeter) des Patienten geklippt wird (es können auch andere gut zugängliche Körperteile wie z.B. das Ohrläppchen, Zehen oder bei Neugeborenen Ferse etc. verwendet werden). Das Anbringen und Tragen des Clips während einer medizinischen Prozedur ist für den Patienten schmerzlos und völlig ungefährlich. Die Sauerstoffsättigung im Blut wird nicht-invasiv und unblutig gemessen. Es ist also bei der Pulsoximetrie nicht nötig, ein Blutgefäß zu punktieren, um Blutwerte zu bestimmen.

Der Clip bei einem Pulsoximeter besteht im wesentlichen aus zwei Teilen: Auf der einen Seite aus einer Lichtquelle, auf der anderen Seite aus einem Lichtsensor. Die Lichtquelle sendet Infrarot-Lichtwellen aus, die den Finger durchdringen. Auf der gegenüberliegenden Seite misst der Sensor, welche Lichtanteile absorbiert wurden (Spektraloxymetrie).

Die Lichtabsorption im Blut ist abhängig von der Hämoglobinkonzentration und der Sättigung des Hämoglobins (Teil der roten Blutkörperchen) mit Sauerstoff (O2). Oxigeniertes (HBO2) und desoxigeniertes Hämoglobin (RHB) schwächen das Licht jeweils charakteristisch ab. Während einer Pulswelle werden zwei Messwerte bestimmt. Die Extinktion wird bei 640nm (Desoxyhämoglobin) und 805-830nm (Gesamthämoglobin) gemessen. Mittels des Lambert-Beerschen-Gesetzes wird die Konzentration berechnet. Der gemessene Wert wird über ein Display angezeigt. Bei Bedarf gibt das Gerät auch einen Alarmton von sich, wenn die SpO2 unter einen bestimmten Wert abfällt. Der Normalbereich liegt bei 96-100%.

Zusätzlich zur O2-Sättigung kann das Pulsoximeter den Herzschlag bzw. peripheren Puls messen und die Frequenz über ein Display oder akustisch über einen Piep-Ton ausgeben.

4 Beschränkungen

Die Pulsoximetrie ist nur ein indirektes Verfahren und daher potentiell fehleranfällig. Das Verfahren ist im üblichen Messbereich (Sättigung zwischen 80 und 100%) relativ exakt, kann jedoch verfälscht werden durch:

  • Lichtreflexion an lackierten oder künstlichen Fingernägeln oder bei Nagelpilz
  • mangelnder Kapillardurchblutung bei Schockpatienten oder unterkühlten Patienten mit ungenügender peripherer Durchblutung
  • bei Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung (hier ist das Hb 100% gesättigt - jedoch nicht mit Sauerstoff!)

Eine normale Sauerstoffsättigung ist keine Garantie für eine ungestörte Ventilation. Die direkte Bestimmung der O2-Sättigung im Blut kann nur mit einer Blutgasanalyse aus einer Blutprobe erfolgen.

5 Links

vgl. Pulsoximetrie

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