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Poplitealblock (lateraler Zugang)

1 Definition

Bei einem Poplitealblock mit lateralem Zugang wird von lateral ein Lokalanästhetikum in die Nähe des Nervus ischiadicus im Bereich der Kniekehle (Poplitea) injiziert und damit eine temporäre Anästhesie des Nervs und seiner distalen Anteile erreicht. Diese Regionalanästhesie wird vor allem bei Operationen am Fuß eingesetzt.

2 Vorgehen

2.1 Überblick

Der Vorteil dieser Technik im Gegensatz zum dorsalen Zugang ist, dass der Patient in Rückenlage verweilen kann. Die laterale Punktion ist jedoch technisch schwieriger.

Die Punktion wird unter Ultraschallkontrolle mit einer elektrischen Stimulationskanüle durchgeführt. Die abgegebenen elektrischen Impulse lösen bei korrekter Lage der Kanüle eine Muskelantwort im Fuß aus. Über dieses Verfahren kann die Lokalisation der Kanülenspitze kontrolliert werden.

2.2 Einzelschritte

  • Lagerung des Patienten: in Rückenlage, Kissen unter dem Fuß, damit die Muskulatur des Oberschenkels frei durchhängt, keine Rotation des Beins
  • Die Punktionsstelle wird mit Desinfektionsmittel abgewaschen und steril abgedeckt
  • Punktionsstelle: 8 bis 12 cm proximal des lateralen Kniegelenkspalts in der Muskelfurche zwischen Musculus biceps femoris und Musculus vastus lateralis
    • sichere Lokalisierung durch Beugung des Beins und Ertasten der Strukturen
  • Punktionstiefe: 5 bis 8 cm, ggf. auch tiefer
  • Punktionswinkel: ca. 10° nach dorsal und 30° nach proximal; je weiter proximal, desto geringer ist der Winkel
  • Motorische Reizantwort: im Fuß Plantarflexion oder Dorsalextension
  • Injektion von 30 ml eines mittellang oder lang wirkenden Lokalanästhetikums (nach initialer Testdosis zur Vermeidung einer intravasalen Injektion)

Der Erfolg der Anästhesie wird anschließend durch eine Messung der plantaren Temperatur mit einem Oberflächenthermometer überprüft. Sie steigt bei korrekter Durchführung an.

Möglich sind die sogenannte Single-Shot-Technik, bei der einmalig ein Lokalanästhetikum gegeben wird oder die Anlage eines Schmerzkatheters, bei dem eine kontinuierliche Abgabe sichergestellt ist.

2.3 Alternatives Vorgehen

Es besteht die Möglichkeit die Nervenäste des Nervus ischiadicus (Nervus fibularis und Nervus tibialis) auch einzeln zu anästhesieren. Dies kann mit einer einzelnen Injektion durch Zurückziehen der Kanüle und Veränderung der Stichrichtung erfolgen oder mit der Doppelinjektionstechnik, die jedoch eine höhere Gefahr für eine intraneurale Injektion aufweist.

3 Indikationen, Komplikationen und Kontraindikationen

Indikationen, Komplikationen und Kontraindikationen unterschieden sich bei den verschiedenen Techniken des Poplitealblocks nicht.

siehe Hauptartikel: Poplitealblock

4 Quellen

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Dezember 2021 um 15:14 Uhr bearbeitet.

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