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Phallotoxin

Englisch: phallotoxin

1 Definition

Phallotoxine sind zyklische Peptidtoxine des grünen Knollenblätterpilzes (Amanita phalloides). Sie kommen auch im kegelhütigen Knollenblätterpilz (Amanita virosa) und im Frühlingsknollenblätterpilz (Amanita verna) vor.

2 Hintergrund

Meist sind Phallotoxine wasserlösliche, amorphe Feststoffe. Ein Phallotoxin besteht aus mindestens 7 bizyklischen Heptapeptiden. Besonders hervorzuheben ist ihre starke Giftwirkung, die auch nach Trocknen und Kochen erhalten bleibt.

Ein Knollenblätterpilz enthält hauptsächlich 2 Toxingruppen:

Von klinischer Bedeutung ist vor allem das Phalloidin, da die anderen Phallotoxine in nur sehr geringen Mengen vorkommen und nur wenig wirksam sind. Phallotoxine verursachen eine irreversible Leberschädigung durch Inhibition der Glykogenolyse, Neoglucogenese und Plasmaproteinsynthese.

3 Symptome

Phallotoxine werden im Darmtrakt eher schlecht resorbiert. Die Symptome einer Vergiftung machen sich erst nach 8-10 Stunden nach Einnahme bemerkbar. Zu ihnen zählen: Übelkeit, Erbrechen, Körperschmerzen und wässrige Durchfälle.

Nach intravenöser Applikation von Phallotoxinen kommt es zu einem raschen Wirkungseintritt bei bereits sehr geringer Toxinkonzentration. Dieser kommt durch eine Hemmung der intrazellulären Aktinfilamente (Depolymerisierung des F-Aktins) zu Stande, die Bewegungsabläufe der Zellorganellen und die Zellbewegung funktionieren dadurch nicht mehr.

4 Antidot

Silibinin (Wirkstoff aus der Mariendistel) wird als Antidot eingesetzt.

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Fachgebiete: Toxikologie

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