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Pellagra

Englisch: pellagra

1 Definition

Die Pellagra ist eine Hypovitaminose in Folge einer Mangelernährung, die durch einen Niacinmangel entsteht.

2 Ursachen

Die Pellagra kann bei einer einseitigen Ernährung mit Mais- oder Hirseprodukten auftreten, die niacinarm sind und - wenn sie unbehandelt sind - Niacin in einer Form enthalten, die der Körper nicht verwerten kann. Wo Mais- oder Hirseprodukte die ausschließliche Nahrungsgrundlage bilden und eine vielseitige Ernährung nicht möglich (Armut) ist, kann es dann zu einem Niacinmangel kommen. Die einseitige Ernährung muss allerdings noch von einer mangelnden Eiweisszufuhr begleitet werden, da der Körper in der Lage ist, Niacin aus der Aminosäure Tryptophan zu bilden.

Eine verwandte Erkrankung ist die Hartnup-Krankheit, bei der es erblich zu einer Resorptionsstörung von neutralen Aminosäuren und somit zu einem pellagraähnlichem Bild kommt.

3 Vorkommen

Mais wird hauptsächlich in Mexiko und den USA angebaut, doch auch in tropischen und subtropischen Gebieten wird er inzwischen in großen Mengen angepflanzt.

Interessanterweise erkranken Mexikaner meist nicht an der Pellagra, obwohl Mais das Hauptnahrungsmittel darstellt. Sie behandeln den Mais mit Kalkwasser wodurch das Niacin aus seiner gebundenen Form herausgelöst und auf diese Weise für den Körper zugänglich wird.

Vollkornprodukte hingegen enthalten ausreichend vom Körper verwendbares Niacin, weshalb die Pellagra in unseren Breitengraden so gut wie keine Rolle spielt.

4 Klinik

4.1 Symptome

Typische Symptome sind die „drei D’s“

sowie

Bei der Dermatitis handelt es sich um eine Photodermatose, typisch ist der Casal-Kragen.

5 Therapie

Gabe von 100-400 mg Niacin täglich per os oder i.v., ausserdem ist Bierhefe oder Leber geeignet, den Mangel wieder auszugleichen. Unbehandelt kann die Pellagra zum Tode führen.

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