PCRX-201
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LoslegenSynonyme: Enekinragene inzadenovec, FX201
Englisch: PCRX-201
Definition
PCRX-201 ist eine experimentelle Gentherapie zur intraartikulären Behandlung der Gonarthrose, die derzeit in klinischen Studien untersucht wird. Eine Zulassung besteht bislang (2026) nicht.
Wirkmechanismus
PCRX-201 zielt auf die chronisch-entzündliche Komponente der Arthrose. Als Vektor dient ein nicht-integrierender, nicht-replikationsfähiger Adenovirus. Er überträgt die genetische Information für den humanen Interleukin-1-Rezeptorantagonisten (IL-1Ra) auf Zellen des behandelten Gelenks. Um welche Zelltypen es sich beim Menschen handelt, ist bislang nicht abschließend charakterisiert. Es wird von Synoviozyten ausgegangen.
Die Expression des Transgens wird durch einen NF-κB-abhängigen Promotor reguliert, der auf Entzündungen reagiert. Bei erhöhter Entzündungsaktivität im Gelenk steigt die Bildung von IL-1Ra an, während sie bei nachlassender Entzündung reduziert wird.[1]
IL-1Ra bindet kompetitiv an den Interleukin-1-Rezeptor und hemmt dadurch die Signalübertragung von Interleukin-1 (IL-1). Auf diese Weise soll die lokale Freisetzung proinflammatorischer und knorpelabbauender Mediatoren vermindert werden. Ob daraus beim Menschen eine krankheitsmodifizierende Wirkung resultiert, ist bislang nicht belegt. Ziel ist eine länger anhaltende, lokal regulierte IL-1-Blockade nach einmaliger intraartikulärer Applikation.
Anwendung
PCRX-201 wird einmalig intraartikulär in das betroffene Kniegelenk injiziert. In den bisherigen Studien wurden Dosisstufen von 1,4 × 1010 bis 1,4 × 1012 Genomkopien (GC) eingesetzt. Dabei erfolgte in der Hälfte der Fälle eine Vorbehandlung mit 40 mg Methylprednisolon intraartikulär, um Verträglichkeit und Gentransfer zu verbessern.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Klinische Studien
PCRX-201 befindet sich in der klinischen Entwicklung für die symptomatische Gonarthrose mit radiologisch gesichertem Kellgren-Lawrence-Grad 2–4. In einer Phase-1-Studie mit 72 Probanden konnte eine Verbesserung von Schmerz, Steifigkeit und Funktion beobachtet werden. Zur Erfassung dienten unter anderem der WOMAC-Score für Schmerzen und Steifigkeit sowie der KOOS.[2][3] Aufgrund des offenen Designs, fehlender Kontrollgruppe und hoher Abbruchrate lässt sich daraus keine gesicherte Wirksamkeit ableiten. Derzeit (2026) befindet sich der Wirkstoff für diese Indikation in Phase-2.[4]
Explorativ wurde PCRX-201 präklinisch bei Bandscheibendegeneration untersucht, einer Hauptursache des chronischen Rückenschmerzes.
Nebenwirkungen
Häufigste behandlungsbezogene unerwünschte Wirkung ist ein transienter Gelenkerguss. Therapiebezogene Kniegelenksergüsse traten bei 61,1 % ohne und 36,1 % mit Glukokortikoid-Vorbehandlung auf.
Eine relevante systemische Vektorexposition wurde in der Phase-1-Studie nicht festgestellt. Der Vektor war nur bei 2 von 72 Teilnehmern im Plasma nachweisbar (Tag 1 und 4 nach Injektion), die Verteilung blieb im Wesentlichen auf das Kniegelenk beschränkt.
Zulassung
Quellen
- ↑ Cohen S et al. Safety and preliminary efficacy of PCRX201, an intra-articular gene therapy for knee osteoarthritis: A phase 1, open-label, single ascending dose study. Osteoarthritis Cartilage. 2023;31(Suppl 1)–S9.
- ↑ Cohen et al., Safety, biodistribution, and exploratory clinical outcomes of a novel intra-articular IL-1Ra gene therapy (PCRX-201) in moderate-to-severe knee osteoarthritis: 2-year results of a phase 1 study, Ann Rheum Dis, 2026
- ↑ Cohen et al., PCRX-201 high-capacity adenovirus serotype 5 gene therapy demonstrates sustained clinical efficacy and safety in patients with knee osteoarthritis, ACR Convergence 2025
- ↑ ClinicalTrials.gov. A phase 2, two-part, randomized, double-blind, active-controlled study to assess the safety and tolerability of enekinragene inzadenovec (PCRX-201) in subjects with painful osteoarthritis of the knee