Nasenspitze
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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Definition
Die Nasenspitze (lat. apex nasi) bezeichnet den am weitesten ventral vorspringenden Teil der äußeren Nase. Sie wird maßgeblich durch die paarigen Flügelknorpel (Cartilagines alares majores) geformt.
Aufbau und Bestandteile
Die Nasenspitze wird aus mehreren Schichten gebildet: Haut und Subkutangewebe, das SMAS-äquivalente Muskel-Faszien-System und ein knorpeliges Stützgerüst.
Das knorpelige Stützgerüst wird durch die Cartilagines alares majores gebildet. Diese bestehen jeweils aus einem Crus mediale, Crus intermedium und Crus laterale. Die medialen Schenkel beider Seiten liegen der Nasenscheidewand auf und bilden zusammen die Columella. Die Verbindungsstelle der Schenkel wird als Dombereich bezeichnet und definiert den höchsten Punkt der Nasenspitze.
Gefäßversorgung
Die arterielle Versorgung der Nasenspitze erfolgt primär über die A.dorsalis nasi (welche aus der A.opthalmica hervorgeht) sowie über die A.labialis superior und die A. angularis (diese gehen beide aus der A. facialis hervor). Es sind also sowohl die A.carotis interna als auch die A.carotis externa an der Versorgung der Nasenspitze beteiligt.
Der venöse Abfluss erfolgt über die V. angularis in die V.facialis, welche über die V. opthalmica in den Sinus cavernosus drainiert.
Innervation
Die sensible Innervation der Nasenspitze erfolgt über den N.nasalis externes, der Endast des N.nasociliaris (V1, N. trigeminus). Er tritt zwischen dem Os nasale und dem lateralen Nasenknorpel an die Hautoberfläche. Die mimische Muskulatur im Bereich der Nasenspitze (M.nasalis, M. depressor septi nasi) wird durch die Äste des N. facialis innerviert.
Histologie
Die Haut der Nasenspitze ist im Vergleich zum restlichen Gesicht dick, fest und reich an Talgdrüsen. Das subkutane Fettgewebe ist von dichten fibrösen Septen durchzogen, welche Haut und Knorpel eng verbinden. Dadurch ist die operative Ablösung erschwert. Die Flügelknorpel bestehen aus hyalinem Knorpel, welcher mit zunehmendem Alter teilweise fibrosieren kann.
Embryologie
Die äußere Nase entsteht aus den Nasenfortsätzen der ersten Schlundbogenregion. Im Bereich der Riechplakoden bilden sich die medialen und lateralen Nasenfortsätze, welche in der 5.-7. Embryonalwoche miteinander verschmelzen. Störungen dieser Fusion führen zu Fehlbildungen wie dem Medianen Nasenspalten oder einer bifiden Nasenspitze.
Das Knorpelgerüst differenziert sich aus den Neuralleistenzellen des ersten Schlundbogens.
Funktion
Die Flügelknorpel der Nasenspitze stabilisieren den Naseneingang und verhindern dessen Kollaps bei Inspiration. Bei vermehrter Atemarbeit kann der M.nasalis die Nasenlöcher erweitern, um den Atemstrom zu erhöhen. Beim Lachen senkt sich die Nasenspitze durch die Aktion des M.depressor septi nasi.
Klinik
Rhinophym
Das Rhinophym ist eine chronische Erkrankung aus dem Formenkreis der Rosazea, bei der es zu einer knotigen Hyperplasie der Talgdrüsen und des Bindegewebes der Nasenspitze kommt. Betroffen sind vorwiegend ältere Männer, therapeutisch kann eine chirurgische Abtragung in Frage kommen.
Rhinoplastik
Die operative Formierung der Nasenspitze ist einer der häufigsten ästhetischen Eingriffe weltweit. Bei einer übermäßigen Resektion der Flügelknorpel kann es unter anderem zu funktionellen Störungen kommen.
Nasenspitzennekrose
Nach Rhinoplastik oder bei Zustand nach Kokainabusus kann es zu ischämischen Nekrosen der Nasenspitze kommen, da die Gefäßversorgung durch vasokonstriktrorische Effekte kompromittiert wird.
Basalzellkarzinom
Die Nasenspitze zählt zu den häufigsten Lokalisationen des Basalzellkarzinoms im Gesicht.