Molekulare Onkologie
Definition
Die molekulare Onkologie ist ein Teilgebiet der Onkologie, das sich mit den molekularbiologischen und genetischen Grundlagen von Tumorerkrankungen befasst. Im Fokus stehen Veränderungen auf Ebene der DNA, RNA und Proteine, die zur Entstehung, Progression und Therapieresistenz maligner Tumoren beitragen.
Hintergrund
Maligne Tumoren entstehen im Wesentlichen durch eine Akkumulation genetischer und epigenetischer Veränderungen, die zentrale zelluläre Signalwege (z.B. JAK/STAT, MAPK/ERK oder PI3K/Akt) beeinflussen. Die molekulare Onkologie untersucht diese Prozesse mithilfe moderner molekularbiologischer und genetischer Methoden und verbessert dadurch das Verständnis der Tumorbiologie.
Inhalte
Zentrale Inhalte der molekularen Onkologie sind die
- Identifikation onkogener Mutationen
- Analyse von Signaltransduktionswegen
- Charakterisierung des Tumorgenoms
- Untersuchung prädiktiver und prognostischer Biomarker
- Erforschung molekularer Mechanismen der Therapieresistenz
Klinische Bedeutung
Erkenntnisse aus der molekularen Onkologie ermöglichen die Entwicklung zielgerichteter Therapien und schaffen die Voraussetzungen für personalisierte Medizin und Präzisionsonkologie. Molekulare Diagnostikverfahren unterstützen zudem die Therapieentscheidungen und die Prognoseabschätzung.
Abgrenzung
Die molekulare Onkologie ist von der translationalen Onkologie abzugrenzen, die sich mit der Überführung molekularer Erkenntnisse in die klinische Anwendung befasst. Im Gegensatz zur klinischen Onkologie liegt ihr Schwerpunkt primär auf experimentellen und analytischen Fragestellungen.