Translationale Onkologie
Definition
Die translationale Onkologie ist ein Teilgebiet der Onkologie, das sich mit der systematischen Übertragung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Forschung und die Patientenversorgung befasst. Ziel ist es, neue diagnostische Verfahren und therapeutische Strategien für maligne Tumoren schneller in die klinische Anwendung zu bringen ("bench to bedside").
Hintergrund
Klassische onkologische Forschung und klinische Anwendung waren lange Zeit räumlich und organisatorisch getrennt. Die translationale Onkologie verbindet diese Bereiche, indem sie molekularbiologische, genetische und immunologische Forschungsergebnisse gezielt in klinische Studien überführt und deren Nutzen für die Tumortherapie bewertet.
Inhalte
Wichtige Inhalte der translationalen Onkologie sind:
- die molekulare Charakterisierung von Tumoren
- die Identifikation therapeutisch relevanter Mutationen
- die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien
- die Erforschung neuer Ansätze der Immunonkologie
- die Etablierung prädiktiver Biomarker
Klinische Bedeutung
Die translationale Onkologie bildet die Grundlage der personalisierten bzw. Präzisionsonkologie. Durch die enge Verzahnung von Labor und Klinik können Therapien individueller ausgewählt, Wirksamkeit besser vorhergesagt und Nebenwirkungen reduziert werden.
Abgrenzung
Im Gegensatz zur klinischen Onkologie, die sich mit der unmittelbaren Patientenbehandlung befasst, liegt der Fokus der translationalen Onkologie auf der Schnittstelle zwischen experimenteller Forschung und klinischer Anwendung. Sie unterscheidet sich jedoch von der Grundlagenforschung, da sie explizit auf eine klinische Verwertbarkeit abzielt.