Light-Kriterien
Definition
Die Light-Kriterien sind ein biochemisches Klassifikationssystem zur Unterscheidung von exsudativen und transsudativen Pleuraergüssen. Sie basieren auf dem Vergleich ausgewählter Laborparameter aus Pleuraerguss und Serum und gelten international als diagnostischer Standard bei der initialen Abklärung von Pleuraergüssen.
Hintergrund
Die Kriterien wurden 1972 von Richard W. Light und Kollegen entwickelt, um eine zuverlässige Differenzierung entzündlich oder neoplastisch bedingter Pleuraergüsse von solchen infolge systemischer Druck- oder Volumenveränderungen zu ermöglichen. Sie fanden rasch breite klinische Anwendung und sind bis heute Bestandteil zahlreicher Leitlinien.
Diagnostische Kriterien
Ein Pleuraerguss wird als Exsudat klassifiziert, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
- Verhältnis von Pleuraeiweiß zu Serumgesamtprotein > 0,5
- Verhältnis von Pleura-LDH zu Serum-LDH > 0,6
- Pleura-LDH > 2/3 des oberen Normwerts der Serum-LDH
Sind keine dieser Kriterien erfüllt, handelt es sich definitionsgemäß um ein Transsudat.
Pathophysiologie
Exsudate entstehen durch eine erhöhte Kapillarpermeabilität, gestörte lymphatische Drainage sowie entzündliche, infektiöse oder maligne Prozesse. Dadurch kommt es zu einem vermehrten Übertritt von Proteinen und Enzymen in den Pleuraspalt.
Transsudate entstehen durch einen erhöhten hydrostatischen Druck (z.B. Herzinsuffizienz), einen erniedrigten kolloidosmotischen Druck (z.B. Hypalbuminämie) oder durch systemische Volumenveränderungen ohne direkte Pleurabeteiligung.
Ergänzende Diagnostik
Insbesondere bei exsudativen Ergüssen oder bei klinisch unklarer Befundlage können zusätzliche Parameter zur weiteren Differenzierung beitragen:
- Serum-Pleura-Albumin-Gradient
- Pleura-pH und Glukose
- Zellzahl und Zelldifferenzierung
- Zytologische und mikrobiologische Untersuchungen
- Pleurabiopsie bei unklarer Genese
Klinische Bedeutung
Die Light-Kriterien weisen eine sehr hohe Sensitivität (≈ 95 %) für die Erkennung exsudativer Pleuraergüsse auf und eignen sich daher besonders zum Ausschluss klinisch relevanter pleuraler Erkrankungen. Die alleinige Anwendung erlaubt jedoch keine ätiologische Diagnose, sodass eine weiterführende Diagnostik bei pathologischen Befunden unerlässlich ist. Die Spezifität für Transsudate ist geringer, sodass insbesondere bei Patienten unter Diuretikatherapie Fehlklassifikationen auftreten können.
Limitationen
- Geringere Spezifität bei Patienten unter Diuretika
- Keine Aussage zur Ätiologie des Ergusses
- Abhängigkeit von Laborreferenzbereichen
- Grenzwerte können durch Präanalytik beeinflusst werden
Literatur
- Light et al., Pleural effusions: the diagnostic separation of transudates and exudates, Ann Intern Med, 1972
- Light, The Light criteria: the beginning and why they are useful 40 years later, Clin Chest Med, 2013